LMS nur als Datenablage?

Nicht im Bildungszentrum Gesundheit Basel-Stadt!

In der Vermittlung und Bearbeitung von Lerninhalten setzt das Bildungszentrum Gesundheit (BZG) Basel-Stadt auf Innovation und Flexibilität und hat OpenOLAT als Lernplattform gewählt.

Zur Optimierung von Lernprozessen ist die Verknüpfung von klassischen und neuen Lehr- und Lern-Formen schon immer ein wichtiger Bestandteil der pädagogisch-didaktischen Ausrichtung des BZG. Bereits 2006 entschied das BZG hierfür in zunehmendem Maße auf die Potentiale der neuen, digitalen Medien zu setzen und stellte den Studierenden und Dozierenden ein Lernportal zur Verfügung. Nach einiger Zeit im Einsatz zeigte sich, dass mit diesem System die gewachsenen pädagogisch-didaktischen Anforderungen nicht mehr umgesetzt werden konnten und ein neues System gesucht werden musste.

Bei der Suche nach einer Nachfolgelösung machte das Learnmanagement System OpenOLAT, in der von der Firma frentix bereitgestellten Version, das Rennen und erhielt den Vorzug vor anderen Open Source LMS Systemen. OpenOLAT wird seit Herbst 2011 eingesetzt.  

Warum fiel der Entscheid auf OpenOLAT?


OpenOLAT ist ein technisch ausgereiftes Schweizer Produkt. Es stellt den State-of-the-Art im e-Learning-Bereich dar, was sich in diversen Preisen und Auszeichnungen des Basis-Systems OLAT widerspiegelt, von dem sich OpenOLAT vor Kurzem abspaltete. Für das BZG wichtig: vergleichbare Institutionen nutzen OpenOLAT – mögliche Kooperationsfelder könnten entstehen. Des weiteren sind über die Open Source Community gemeinsame institutions- und länderübergreifende Entwicklungsprojekte zu realisieren. Ein Beispiel ist das 2010 entwickelte ePortfolio, bei dem die Universität Hamburg, das ZAG Winterthur, die HFGS Aarau und die HSA Olten die Finanzierung übernommen haben. 

Dem User begegnet ein intuitives und nach persönlichen Bedürfnissen anpassbares System: alles, was wichtig ist, ist mit einem Mausklick erreichbar. Im Unesco-Ranking der Open Source-Lernplattformen liegt das Basis-System OLAT bei den Nutzern seit Jahren auf dem ersten Platz.

Den Lehrpersonen bietet OpenOLAT ein umfangreiches Werkzeug-Ensemble zur Realisierung  von nahezu sämtlichen didaktischen Szenarien. Der Kursautor verfügt über Bausteine zur Contentproduktion, zur problemlosen Einbindung vorhandener (externer) Materialien, zur Gestaltung von Kommunikations- und Kooperations- sowie von Testszenarien und nicht zuletzt zur Organisation der Lernarrangements über ein ausgefeiltes Gruppen- und differenziertes Zugriffsrechtemanagement. Eine wichtige Rolle spielten bei der Entscheidung auch die Kosten, jedoch im Sinne des Preis-Leistungsverhältnisses. Hier konnte die Verwendung von OpenOLAT kombiniert mit einem Hostingvertrag von frentix folgende Vorteile aufzeigen:

- kompetente und zuverlässige Ansprechpartner

- kurze Wege mit schneller Problemlösung

- umfassendere Funktionalitäten im OpenOLAT
im Vergleich zu anderen Distributionen

- schnelle Bereitstellung von Entwicklungen

- Koordination von übergreifenden
Entwicklungsprojekten

- häufigere Updates mit neuen Funktionen

- zuverlässige Hardware

- keine Kosten für eigene Server 

- 2. und 3. Level-Support

Was sind die Besonderheiten des BZG-OpenOLAT?

Die Ausbaufähigkeit von OpenOLAT stand bei der Planung im Vordergrund. Von Anfang an sollte das System nicht das „Schicksal“ der meisten Lernplattformen teilen, die lediglich zum Up- und Download „missbraucht“ werden. Um die Schwelle für den Auf- und Ausbau von Online-Angeboten möglichst niedrig zu halten, entschied sich das BZG dafür, alle Lernangebote konsequent als OpenOLAT-Kurse mit definierten Mindestbausteinen aufzubauen. Diese bestehen aus zwei HTML-Seiten, eine mit  Informationen zum Kurs und zur verantwortlichen Lehrperson, die andere mit Kurszielen bzw. zu erreichende Kompetenzen.

Dazu kommen ein Unterlagenordner, ein Forum und ein Mailkontaktformular. Diese Standardstruktur kann je nach Lernszenario mit wenig Aufwand um weitere der fast 30 verschiedenen Kursbausteine erweitert werden.Die Hauptanforderung besteht darin, eine didaktische Idee zu entwickeln, die einen Mehrwert für das Lernen verspricht.

Transparenz ist für das BZG eine weitere wichtige Anforderung, die an OpenOLAT gestellt wurde. Das Prinzip ist: alle Kurse sind allen Mitarbeitenden, Dozierenden eines Studien-/Bildungsganges und Studierenden des jeweiligen Jahrgangs standardmässig zugänglich. Der Zugriff auf potentiell sensible Bereiche wie z.B. Foren muss explizit gesperrt werden. Mit sogenannten Expertenregeln lassen sich diese Anforderungen mit relativ wenig Aufwand realisieren.

Bernd Haag, Verantwortlicher für eLearning am BZG: „Da wir unsere Standardkurse von frentix in einem automatisierten Prozess erstellen lassen, müssen wir die Regeln lediglich definieren. frentix übernimmt das Einpflegen in die Kurse. Somit sind wir nur dann gefordert, wenn Kurse erweitert oder manuell erstellt werden müssen.

Neben der Transparenz nach innen, ermöglicht Open-OLAT auch Transparenz nach aussen. Einerseits wird das BZG den Ausbildungspartnern der beruflichen Praxis Zugang zu ausgewählten OpenOLAT-Bereichen gewähren, andererseits interessierten Personen mittels Gastzugang.


Corporate Identity

Der Wiedererkennungswert von OpenOLAT war für das BZG von besonderer Bedeutung, das Corporate Design wurde  perfekt abgebildet. Dank Layout-Customizing und bildungs- bzw. studiengangspezifischen Kurstemplates kann der Nutzer jederzeit erkennen, ob er sich auf einer bildungs-/studiengangübergreifenden BZG-Seite befindet oder in einem OpenOLAT-Kurs des Bildungsganges Pflege, Biomedizinische Analytik,  Medizinisch-Technische Radiologie oder des Studienganges Physiotherapie.

Technische Integration


Die Benutzerdaten werden nicht direkt in OpenOLAT erfasst, sondern über LDAP aus einem zentralen System automatisiert eingespielt. Dabei werden nicht nur Daten wie eMail, Benutzername und Passwort synchronisiert, sondern auch sämtliche Benutzerattribute wie Studiengang, Studienjahr und Klasse. Diese Attribute werden dann in OpenOLAT für die Zugriffsberechtigung der Kurse genutzt.

Mittels REST API werden Kurse zu Beginn der Semester automatisiert angelegt und Benutzer in Lerngruppen oder als Mitglieder eingetragen.

Erfahrung und Ausblick

Nach den ersten Monaten im Einsatz sind die Benutzer äußerst zufrieden mit der Usability und den didaktischen Möglichkeiten. Die OpenOLAT-Kurse werden von Seiten der Studierenden begeistert genutzt, auch auf Seiten der Lehrer ist man fasziniert von den Möglichkeiten der Umsetzung und des geringen administrativen Aufwands. 

Nun muss die Plattform noch weiter mit interessanten Inhalten gefüllt werden. Dafür hält frentix den FX-Player bereit, mit dem auf einfache Weise Content Packages mit einem Konverter umgewandelt werden können. Damit die Studenten auch unterwegs ihr Studium nicht vergessen, implementiert frentix einen mobilen Client, der in einer ersten Beta-Version bald verfügbar sein wird.

Der Schwerpunkt liegt dabei momentan auf der Abstimmung der Funktionen auf die mobilen Endgeräte. Eine App für die Nutzung von Basisfunktionen von Open-OLAT liegt bereits in einer Beta-Version vor und wird bald als Funktion in OpenOLAT mit aufgenommen.

Info

frentix
frentix GmbH ist ein in Zürich ansässiger Spezialist für e-Learning Dienstleistungen. frentix bietet Dienstleistungen in den Bereichen Content-Entwicklung, OpenOLAT und Software-Entwicklung an.

Für das LMS OpenOLAT werden fertige frentix-Pakete inklusive Hosting, Wartung und Support sowie individuelle Lösungen angeboten. frentix entwickelt zudem Erweiterungen für OpenOLAT, die üblicherweise als Open Source der Community wieder zur Verfügung gestellt werden.

frentix erhielt 2011 den Award von ch/open im Bereich „Business Case“ sowie den Award des eLearning Journals im Bereich „Open Source“ für das Projekt Studienplattform Bundesakademie für Sicherheitspolitik.

BZG
Das Bildungszentrum Gesundheit Basel-Stadt bietet als kantonale Ausbildungsstätte ca. 700 Studierenden die Möglichkeit, eine Ausbildung bzw. Studium zu absolvieren.

Angeboten werden die höheren Fachausbildungen in Biomedizinischer Analytik, Medizinisch-technischer Radiologie und Pflege sowie der Bachelor-Studiengang Physiotherapie.


Kontakt

frentix GmbH, Zürich

Ansprechpartner:
Christian Franck

christian.franck@frentix.com
www.frentix.com


BZG, Basel

Ansprechpartner:
Bernd Haag

bernd.haag@bzbgs.ch
www.bzgbs.ch

 


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