Qualifizierung mit digitalen Medien

und Web 2.0 in der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Pilotprojekte zum zielorientierten Einsatz digitaler Medien in der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Das Thema Web 2.0 wird durch die wachsende Popularität von Internet und Web 2.0-Anwendungen in der Öffentlichkeit umfangreich diskutiert. Aber wie ist es um den Einsatz von digitalen Medien und Web 2.0 sowie mobil nutzbaren technologien bestellt, wenn es um den die konkrete Anwendung in der Aus- und Weiterbildungspraxis geht?

Dieser Frage gehen wir nach, in dem wir über www.qualifizierungdigital.de berichten. Das Informations- und Kommunikationsangebot des Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) dokumentiert, wie mit Hilfe ausgewählter Pilotprojekte die Potentiale digitaler Medien in der beruflichen Aus- und Weiterbildung zielorientiert eingesetzt werden können.

Ausgangssituation und Potentiale digitaler Medien

Neue Medien sind gleichermaßen Herausforderung und Chance im Umgang mit gesellschaftlichen und ökonomischen Veränderungsprozessen in einer digital geprägten Kultur: Der technologische Fortschritt - insbesondere auch die wachsende Popularität von Web 2.0-Techologien mit interaktiven und kollaborativen Elementen - beeinflusst die Möglichkeiten von neuen Lehr- und Lernszenarien in der beruflichen Qualifizierung erheblich.

Digitale Lernszenarien eignen sich besonders, um z.B. flexibel und zielgruppengerecht auf neue Anforderungen am Arbeitsplatz zeitnah reagieren zu können.

Die Erkenntnisse aus Forschung und die Erfahrungen aus der Projektpraxis zeigen, dass digitale Medien mit dazu beitragen, die Herausforderungen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung so zu bewältigen, dass sie mit dem immer schnelleren technologischen Wandel und der demographischen Entwicklung in Einklang zu bringen sind.

Die Autorin

Tanja Schubert ist wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundesinstitut für Berufsbildung in Bonn und übernimmt seit Anfang 2008 fachliche Querschnittsaufgaben im Rahmen der Fördermaßnahmen des Bundesministeriums für Bildung undForschung zur Entwicklung und zum Einsatz digitaler Medien in der beruflichen Bildung. Diese zielen vor allem darauf, die Nutzung und den wirksamen Transfer von beispielhaften Projektergebnissen in die Berufsbildungspraxiszu fördern.

Förderbekanntmachungen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)

Das BMBF unterstützt vor diesem Hintergrund die Entwicklung, Erprobung und den Einsatz innovativer Bildungsangebote mit digitalen Medien und Web 2.0 in der Praxis der beruflichen Aus- und Weiterbildung. Im Bereich „digitale Medien in der beruflichen Qualifizierung“ können Projektskizzen noch bis zum 31.12.2011 eingereicht werden. Die Förderbekanntmachung zu „Web 2.0 Technologien“ ermöglicht Antragstellungen bis zum 31.12.2012.

Seit dem 13. Oktober 2010 gibt es zusätzlich die Förderbekanntmachung zum Schwerpunkt „Mobiles Lernen“. Im Sinne dieser Bekanntmachung ist darunter das Lernen mit Hilfe mobiler Endgeräte und drahtloser Kommunikationstechnologien sowie das Lernen in nicht-stationären Szenarien an nicht festen, vorab bestimmten Orten und Zeiten zu verstehen. Mobiles Lernen soll neue Möglichkeiten zum situationsorientierten Informieren, Kommunizieren und Lernen im Arbeitsprozess eröffnen.

Projektförderungen sind im Rahmen der drei Förderbekanntmachungen des BMBF in folgenden Aktionslinien möglich:

  • Beispielhafte Lösungen für die berufliche Aus- und Weiterbildung entwickeln, erproben und implementieren,
  • Beitrag zu Innovation der Bildung und einer Kultur des lebenslangen Lernens,
  • Unterstützung struktureller Reformen in der beruflichen Bildung,
  • Förderung der Leistungsfähigkeit und Modernisierung des Aus- und Weiterbildungssystems.

www.qualifizierungdigital.de

Unterstützung des Ergebnistransfers und nachhaltiger Projektwirkungen

Die Arbeitsergebnisse, die mit Hilfe der Pilotprojekte aus den o.a. Fördermaßnahmen erzielt werden, können einen wichtigen und unmittelbaren Beitrag zur anwendungsorientierten Nutzung von digitalen Medien, mobilen Technologien und Web 2.0-Anwendungen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung leisten. Um einen breiten Transfer ausgewählter Projektergebnisse in die Berufsbildungspraxis zu unterstützen, wurde das neue Informations- und Kommunikationsangebot www.qualifizierungdigital.de geschaffen. Das Internetportal wurde im Auftrag des BMBF durch das BIBB entwickelt und wird dort auch fachlich und redaktionell betreut.

Qualifizierungdigital informiert kontinuierlich über die Förderrichtlinien des BMBF rund um den Themenbereich digitale Medien, dokumentiert die Ergebnisse der aktuellen und abgeschlossenen Projektarbeiten und stellt die damit verbundenen Perspektiven für die berufliche Aus- und Weiterbildung zur Diskussion.

Für die Berufsbildungspraxis relevante Pilotprojekte können ihren Auftritt im Portal gleichzeitig als Marktplatz für die Verwertung und den Transfer ihrer Arbeiten nutzen.

Für eine flächendeckende Vernetzung und Verbreitung der Projektergebnisse innerhalb der institutionalisierten Berufsbildungspraxis sorgt zudem eine enge Verzahnung von Qualifizierungdigital mit dem BIBB-Internetportal für Ausbilderinnen und Ausbilder www.foraus.de, der größten Ausbildercommunity Deutschlands mit über 10.000 Mitgliedern.

Vom Projekt zum Produkt

Digitale Medien in der beruflichen Aus- und Weiterbildung

Wie können die entwickelten Inhalte und Projektergebnisse vom BMBF geförderter Projekte in vermarktungsfähige Produkte überführt werden? Spätestens nach Ablauf der Projektförderung stellt sich für die Mehrzahl der Projekte die konkrete Frage der systematischen (wirtschaftlichen) Verwertung der digitalen Lehr-/Lernarrangements. Fundierte Konzepte und Strategien zur Vermarktung, bzw. zur wirtschaftlichen Verwertung dieser neuen Lehr/-Lernformen fehlen weitestgehend.

Das BIBB unterstützt die Projekte dabei, den Weg vom Projekt zum Produkt erfolgreich zu bestreiten:

 

Beispielsweise wurde im Rahmen der Online-Educa in Berlin 2010 eine Pre-Conference zum Thema „Lernen in Online-Communities“ durchgeführt, in der Erfolgsfaktoren und mögliche Geschäftsmodelle von Communities zur Diskussion gestellt und mögliche Transfer- und Verwertungsstrategien für die berufliche Aus- und Weiterbildung abgeleitet wurden.

Für die erfolgreiche kommerzielle Verwertung von Produkten und Dienstleistungen sind nachhaltige Geschäftsmodelle zu identifizieren und entsprechende organisatorische Strukturen bereit zu stellen. Die Ergebnisse dieser Pre-Conference „Neue Impulse für die Berufsbildung – Lernen in Online-Communities“ werden auf www.qualifizierungdigital.de dokumentiert.

Kontakt

Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB)

Ansprechpartnerin: Tanja Schubert, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich 3.2
Robert-Schumann-Platz 3
53175 Bonn
www.bibb.de
tanja.schubert(at)bibb.de
Telefon: +49 (0) 228 - 10 72 135


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