Testbericht: OpenOLAT 10.3

Eine neue Darstellungsweise im Kurskatalog, vereinfachte Navigation und eine automatische Anpassung an das verwendete Endgerät sind einige der Neuerungen der neusten Version des Open Source-LMS OpenOLAT. Gleichzeitig sollten alte Stärken wie die Kurserstellung und –betreuung beibehalten oder weiter ausgebaut werden. Im Rahmen der Testreihe nimmt das eLearning Journal die Version 10.3 von OpenOLAT unter die Lupe.

Kategorie:
Lernmanagementsystem

Testprodukt:
OpenOLAT 10.3 von frentix GmbH

Bereits vor 3 Jahren testete die Redaktion des eLearning Journals das Open Source-LMS OpenOLAT. Dank eines großen Funktionsumfangs, stabiler Technik und einfacher Bedienbarkeit konnte OpenOLAT überzeugen und wurde deshalb mit „Gut“ bewertet. Das letzte große Upgrade in der Form von OpenOLAT 10 brachte eine ganze Reihe von Veränderungen mit sich, u.a. eine umfassende Mobile Learning-Funktionalität. Grund genug für das eLearning Journal die Version 10 von OpenOLAT einem neuen Praxistest zu unterziehen.

Kategorie: Grundfunktionen

Die Grundfunktionen sind das „Brot und Butter“ eines LMS, denn Versäumnisse bei diesen Funktionen können in der Regel auch durch neue Features nicht mehr ausgeglichen werden. Bereits in unserem letzten Test stand OpenOLAT bei den Grundfunktionen auf einem soliden Fundament, welches auch in der Version 10 beibehalten oder weiter verbessert wurde.

Noch immer ist das Anlegen und Verwalten von Kursen eine besondere Stärke von OpenOLAT. Neue Kurse können von Autoren mit wenigen Klicks angelegt und mit Elementen versehen werden. Die Auswahl der vorhandenen Kursbausteine ist groß: Insgesamt 29 Elemente stehen Autoren zur Verfügung und reichen von einfachen Textseiten über Klassiker wie SCORM-Lerninhalte (z.B. in der Form eines Web Based Trainings) bis hin zu interaktiveren Elementen wie Foren. Erstellte Elemente (z.B. ein Test) und Dateien werden nicht kursspezifisch erstellt oder hochgeladen, sondern landen in einem gemeinsamen „Pool“ und werden mittels eines Verweises in Kurse eingebunden. So können Elemente oder Dateien problemlos in mehreren Kursen zum Einsatz kommen.

Sehr umfangreich ist auch das integrierte Test- und Auswertungssystem von OpenOLAT. Bei der Erstellung von Tests stehen Autoren 5 Fragetypen zur Verfügung. Dank des Fragenpools können bereits erstellte Fragen pro-blemlos in mehreren Tests verwendet werden. Die Testergebnisse können sowohl statistisch auf der Kursebene als auch auf der Ebene einzelner Lerner ausgewertet werden. Um sichere Prüfungen zu gewährleisten, nutzt OpenOLAT den von der ETH Zürich entwickelten „Safe Exam Browser“, mit dem außer der Prüfung alle anderen Programme (z.B. ein Internet-Browser) gesperrt werden.

Kategorie: Erweiterte Funktionen

Neben den Grundfunktionen sind in den letzten Jahren vor allem die Themen Mobile und Social Learning für LMS relevant geworden. Zwar ist der flächendeckende Einsatz, gerade beim Thema Social Learning, im deutschsprachigen Raum noch bei weitem nicht gegeben, allerdings bleibt das Potential groß. Dementsprechend wichtig ist die Integration dieser Themen bereits für die Anbieter von Lernmanagementsystemen.

Dank Responsive Design passt sich die Darstellung von OpenOLAT automatisch an das verwendete Endgerät an. In unserem Test funktionierte die automatische Anpassung sowohl beim Einsatz eines Tablets als auch beim Smartphone ohne Probleme. Selbst auf dem kleinen Bildschirm des Smartphones blieb die Navigierbarkeit von OpenOLAT erhalten. Einzig eingebundene Elemente mit einer festgelegten Größe (z.B. ein WBT) können vom System nicht automatisch skaliert werden.

Auch beim Thema Social Learning kann die neue Version von OpenOLAT punkten. OpenOLAT bietet zahlreiche Social Learning-Funktionen wie Blogs, Foren, Wikis, Chats oder ein ePortfolio, die u.a. auch direkt in Kurse oder Gruppen integriert werden können.

Die Katalogfunktion überzeugt in Version 10.3 durch eine neue Darstellungsweise und eine vereinfachte Navigation.


OpenOLAT selbst bietet im Moment noch keine Veranstaltungs- und Seminarverwaltung an. Bei Bedarf kann mit Hilfe einer Schnittstelle eine Seminarverwaltungssoftware mit OpenOLAT synchronisiert werden (siehe Infokasten). Dabei handelt es sich allerdings um eine weitere Software, was zusätzliche Kosten verursacht.

Kategorie: Nutzerbezogene Aspekte

Aus Sicht der Lerner spielt eine einfache und intuitive Bedienung eine besonders wichtige Rolle. Durch die neue Darstellungsweise von Version 10 wurden angezeigte Informationen entschlackt und auf die wesentlichen Aspekte reduziert. Die neue Anmutung des Katalogs wirkt aufgeräumt und selbst eine große Anzahl von Kursen kann durch Kategorisierung für die Nutzer überschaubar gemacht werden. Auch die Navigation von Kursen und Gruppen ist nach kurzer Eingewöhnung nachvollziehbar. Kommunikationselemente wie Foren, Chats oder Blogs orientieren sich bei der Bedienung an den gängigen Konventionen, wodurch sich die meisten Nutzer ohne Pro-bleme zurechtfinden sollten.

Kategorie ohne Wertung: Thema Sicherheit

Wegen des frei verfügbaren Quellcodes ist das Thema Sicherheit vor allem für Open Source-LMS relevant, weshalb bei der Entwicklung von OpenOLAT ein besonderes Augenmerk auf dieses Thema gelegt wurde. Aus diesem Grund gehört die Sicherheit zu den Stärken des Open Source-LMS, was unter anderem dadurch deutlich wird, dass OpenOLAT nach tiefgreifender Prüfung von der Bundesakademie für Sicherheit in der Aus- und Weiterbildung zum Einsatz kommt.

Fazit

Bereits in unserem letzten Test hinterließ OpenOLAT einen guten Eindruck. Mit dem großen Upgrade auf Version 10 wurden von dem Open Source-LMS alte Stärken beibehalten oder sogar weiter ausgebaut. Vor allem kann die neue Version vor allem bei dem Trendthema „Mobile Learning“ punkten.

Die automatische Anpassung an das verwendete Endgerät funktioniert gut und auch auf Smartphones bleibt die Navigation von OpenOLAT erhalten. Aus diesem Grund zeichnet das eLearning Journal die aktuelle Version von OpenOLAT mit 80 Punkten und der Note „Sehr Gut“ aus.


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