Virtual Classrooms - wie können Vorbehalte und Einwände überwunden werden?

Virtual Classrooms finden mittlerweile in vielen Unternehmen Anwendung und können je nach Thema teilweise auch klassische Präsenzseminare ersetzen. Entscheidend für den Erfolg sind oftmals eine stabile Technik und die richtige inhaltliche Konzeption. Wie Virtual Classrooms in der Praxis erfolgreich eingesetzt werden können, behandelt der Vortrag von Frau Oriana D'Aleo von der SV SparkassenVersicherung auf der LEARNTEC 2016.

eLearning Journal: Guten Tag Frau D‘Aleo. Könnten Sie zunächst sich und Ihren Tätigkeitsbereich in Ihrem Unternehmen vorstellen?

Oriana D'Aleo: Guten Tag! Mein Name ist Oriana D'Aleo und ich bin Referentin für E-Learning und Lernmanagement bei der SV SparkassenVersicherung. Nach meiner Ausbildung zur Versicherungskauffrau und 2 Jahren im operativen Bereich war ich mehrere Jahre als Trainerin tätig. Dabei war das Thema E-Learning natürlich auch schon immer präsent. Als wir im Unternehmen unseren E-Learning-Bereich ausbauen und modernisieren wollten, ergab sich für mich die Möglichkeit diese neue Aufgabe zu übernehmen. Zu meinem Aufgabengebiet zähle ich: Lern-Trends erkennen und bewerten, neue bedarfsgerechte E-Learning Lösungen implementieren, bestehendes sinnvoll weiterentwickeln und branchenspezifische Anforderungen an das Lernen umsetzen.

eLearning Journal: In Ihrem Vortrag auf der LEARNTEC 2016 wird es um das Thema „Virtual Classroom“ gehen. Was spricht Ihrer Erfahrung nach für und was gegen den Einsatz von virtuellen Klassenräumen?

Oriana D'Aleo: Das größte Plus ist meiner Ansicht nach die Geschwindigkeit der Bereitstellung des Wissens. Immer kürzere Produktlebenszyklen fordern auch kurze Reaktionszeiten beim Wissensvermittler. Das VC bietet infolgedessen für die Teilnehmer einfache und schnelle Wege zum Wissenserwerb- ohne Anreisezeit und ohne ganze Tage zu blockieren. Gegen den Einsatz spricht nichts, außer man kann die Systemstabilität nicht liefern, dann kann das schnell zur Frustveranstaltung werden. Auch sollte die wenige Zeit pro Maßnahme nicht mit Informationen überfrachtet werden.

eLearning Journal: Virtual Classrooms sollen in gewisser Weise das Gefühl von Präsenzveranstaltungen und „Face-to-Face“-Interaktion in ein digitales Setting überführen. Können Virtual Classrooms daher Ihrer Meinung nach Präsenzveranstaltungen ersetzen? In welchen Situationen eignet sich der Einsatz von Virtual Classrooms und wann ist doch der traditionelle Klassenraum vorteilhaft?

Oriana D'Aleo: Ich denke, dass Virtual Classrooms Präsenzveranstaltungen ersetzen können -aber das zu tun ist nicht immer sinnvoll. Bei uns eignet sich der Einsatz des VCs beispielsweise bei der Vorstellung eines Produktupdates. Dabei sind die Grundzüge des Produkts bekannt, aber die Highlights für die Kunden sollen explizit herausgestellt werden. Ein traditionelles Trainingssetting bevorzugen wir bei den Trainings zur Kundenberatungskompetenz. Hier sind die face-to-face Übungen und Feedbacks sehr wertvoll, schließlich sitzt der Kunde einem Vermittler  ebenfalls direkt gegenüber.

eLearning Journal: Vor welche konzeptionellen Herausforderungen werden Weiterbildungsverantwortliche und Trainer beim Einsatz von virtuellen Klassenräumen gestellt? Was sind die größten Unterschiede zwischen klassischen Seminaren und virtuellen Klassenräumen bei der Gestaltung von Bildungsmaßnahmen?

Oriana D'Aleo: Ich denke der Zeitfaktor spielt eine große, herausfordernde Rolle. Für die Trainer beginnt das bei der Vorbereitung: wie viele Folien, was ist unverzichtbar, was ist die Kernaussage. Alles muss mehr auf den Punkt gebracht werden. Dabei trotzdem eine Dramaturgie herstellen, damit es nicht langweilig wird - das ist nicht immer einfach.

Die zur Verfügung stehende Zeit  ist auch gleichzeitig der große Unterschied zu Präsenzmaßnahmen. Zudem steht im virtuellen Training die Medienkompetenz des Trainers sehr im Fokus. Um nur zwei zu nennen. Sicher gibt es noch einige weitere Unterschiede.

eLearning Journal: Ein großes Thema bei eLearning allgemein, aber insbesondere auch bei Virtual Classrooms, ist die Akzeptanz dieser Methoden bei den Lernern. Welche Erfahrungen haben Sie beim praktischen Einsatz von Virtual Classrooms in Bezug auf die Akzeptanz bei den Lernern gemacht? Wie kann die Akzeptanz eventuell positiv beeinflusst werden?

Oriana D'Aleo: Die Akzeptanz bei unseren ersten praktischen Einsätzen war durchweg positiv- aber erst als es tatsächlich ausprobiert wurde. Im Vorhinein waren da durchaus einige Bedenken. Wenn man die Hinderungsgründe kennt, kann man auch gut darauf eingehen. Natürlich gibt es immer auch Teilnehmer, die von dieser Methode des Lernens nicht angetan sind.

Ich denke, den größten positiven Einfluss hat die Stabilität der genutzten Software. Mir würde diese Art des Lernens auch keinen Spaß machen, wenn ich ständig aus der Leitung fliege oder alles verzerrt übertragen wird.

eLearning Journal: Zum Abschluss: Warum sollte man Ihren Vortrag auf der LEARNTEC 2016 auf keinen Fall verpassen?

Oriana D'Aleo: Die Vorbehalte und Einwände, mit denen wir umgehen mussten, kommen in gleicher Art bei vielen anderen Unternehmen vor.  Ich zeige, wie wir damit umgegangen sind: Unaufgeregt und erfolgreich.

Vortrag: Alle im Boot? – Akzeptanz bei der Virtual Classroom-Einführung schaffen
Referent: Oriana D'Aleo, SV SparkassenVersicherung Holding AG
Ort: Messe Konferenz Center | Konferenzsaal
Zeit: Dienstag | 26.01.2016 | 16:45 - 17:30 Uhr

KONTAKT

SV SparkassenVersicherung

Ansprechpartner:
Oriana D'Aleo
Referentin Lernmanagement

oriana.d-aleo(at)sparkassenversicherung.de


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