International anerkannte Trainigskurse für Blauhelme

Durch den Einsatz eines LMS die Effektivität und Effizienz des Zentrums stärken

Kategorie:
Open Source

Siegerprojekt:
Organisationsweite Einführung eines Lern-Management-Systems

Sieger:
common sense GmbH
Kofi Annan International Peace Keeping Training Center

 

In vielen Staaten Afrikas stehen Friedenstruppen zwischen den Fronten von verfeindeten Gruppen. Ein wichtiger Baustein für den Erfolg der friedenserhaltenden Maßnahmen sind gut ausgebildete Blauhelmsoldaten, Polizisten und zivile Kräfte. Mit einem Learning Management System wollte das Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre seine Ressourcen bestmöglich zum Training der „Peacekeeper“ nutzen.

Bei dem Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre (KAIPTC) handelt es sich um eines von nur drei durch die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) anerkannte Trainingsfachzentren der ECOWAS in Westafrika, gegründet 2004. Seit  seiner Gründung wird das KAIPTC durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland unterstützt. Auch Kräfte der Bundeswehr sind zur Unterstützung des Training an das Center abgeordnet.

Das KAIPTC bildet im Rahmen der Afrikanischen Friedens- und Sicherheitsarchitektur ziviles Personal, Polizei und Militär in Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und Wiederaufbau aus und bereitet sie auf ihre Aufgaben in regionalen und kontinentalen Einsätzen vor, beispielsweise in Friedens- und Wahlbeobachtungsmissionen. Jährlich besuchen etwa 3.000 Teilnehmer die Bildungsangebote des Centers, die meist klassisch in Präsenz stattfinden. Mit der „Organisationsweiten Einführung eines Lern-Management-Systems“ der beiden Projektpartner common sense – eLearning & training consultants GmbH und Kofi Annan International Peace Keeping Training Center, sollten zunächst Kursmanagement-Prozesse optimiert werden.

Lernbedarfe

Das KAIPTC bildet für ganz Westafrika Blauhelmsoldaten, Wahlbeobachter, Polizisten und Diplomaten für den Einsatz in friedenssichernden Missionen aus. Zusätzlich zu den reinen Präsenzphasen der Trainings sollte mit der Einführung eines LMS die Nutzung einer Online-Lernplattform gewährleistet werden. Ein kleines Team des KAIPTC wurde hierfür in didaktischem Design und Medienproduktion ausgebildet. Gleichzeitig setzt das gesamte Center das Open Source-LMS moodle als Werkzeug zur Steuerung der Prozesse der Institution ein. Nach einer eingehenden Prüfung und Aufzeichnungen aller Prozesse des Trainingscenters wurde moodle so angepasst, dass es den gesamten Teilnehmer-Lifecycle abbildet. Dieser reicht von der Bewerbung für die Kursteilnahme, über Flugbuchung und Visumserteilung, die Kursaktivitäten und Materialien, Evaluationen, Zertifizierung bis hin zur Betreuung der Teilnehmer über die Kurse hinaus als Alumni. Mit diesem Projekt sollte die Effizienz in der Trainingsorganisation erhöht werden. Darüber hinaus sollte die Entwicklung einheitlicher Trainingsstandards und –prozesse gewährleistet, ein einheitlicher und transparenter Datenbestand über Teilnehmer und Kurse geschaffen sowie die dauerhafte Kommunikation mit Alumni ermöglicht werden. Des Weiteren sollte dieses Projekt neue Zielgruppen erschließen und ein krisenunabhängiges Trainingsangebot bieten.

Durch das LMS wurden alle wichtigen Prozesse am KAIPTC im Trainingsbereich webbasiert, dies von der Anmeldung bis zur Evaluierung.

Verleihung eLearning AWARD 2016 (17/30) - Kategorie OPEN SOURCE

 
v.l. Andreas Hörfurter (common sense - eLearning & training consultants GmbH), Frank Siepmann (eLearning Journal), Bourahima Zongo (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit - GIZ)

Projektverlauf

Noch vor der Einführung wurde im Juli 2013 eine intensive Fact-Finding Mission durchgeführt, in der alle relevanten Stakeholder zu ihren Erwartungen, Restriktionen und Bedürfnissen befragt wurden. In einem zweiten Schritt wurden die durch das LMS abgebildeten Prozesse in interaktiven Workshops mit allen beteiligten Prozesspartnern skizziert und abgebildet. Das LMS auf der Basis von moodle wurde auf die abgebildeten Prozesse maßgeschneidert und in mehreren Schritten angepasst. Zur internen Promotion gab es mehrere Workshops mit den unterschiedlichen Stakeholdern, in denen das LMS vorgestellt wurde. Dabei konnte von Seiten der Stakeholder ein Feedback gegeben werden. Auf Basis dieser Rückmeldung wurde das System im weiteren Verlauf angepasst.

Projektergebnis

Derzeit wird das LMS und eLearning ausschließlich in Kombination mit Face-to-Face-Training eingesetzt. Die Inhalte werden in den Präsenztrainings durch interaktive Übungen und Diskussionen vertieft. Im Anschluss an das Training werden die Teilnehmer für Folgeevaluationen kontaktiert und befragt. Das Alumniportal dient ebenfalls zur nachhaltigen Kommunikation mit den Teilnehmern – dies sogar über Jahre hinweg. Somit können sie über neue Richtlinien und Inhalte informiert werden und ihrerseits Informationen zum Praxiseinsatz der Inhalte liefern.  Die Einführung des LMS war in allen Phasen partizipativ und orientierte sich voll an den Bedürfnissen der Stakeholder. Der komplette Prozess der Trainingsorganisation und –durchführung wurde auf dem LMS abgebildet. Dafür wurde erstmalig der Gesamtprozess sowohl im Teilnehmerzyklus als auch im Trainingsablauf dokumentiert, systematisch gemappt und schließlich technisch abgebildet. Das Open Source-LMS moodle wurde hierzu um individuell angepasste Komponenten erweitert und ergänzt. Die Einführung des Lern-Management-Systems war somit ein Prozessgestaltungsprojekt, bei dem die Abläufe systematischer und effizienter gestaltet und zwischen den beteiligten Abteilungen abgestimmt wurden.

Fazit

Durch die Einbeziehung von eLearning wurde das Angebot des KAIPTC auch resistenter gegenüber regionalen Krisen, wie der Ebola-Krise 2014/2015 in Westafrika. Trainings können nun auch trotz Reiserestriktionen oder während laufender Friedenseinsätze angeboten werden. Mit der Einführung eines Open Source-LMS finanziert die GIZ, die hier im Auftrag der deutschen Bundesregierung unterstützend aktiv ist, einen Prozess, der die Stärkung der Effizienz und Effektivität des Zentrums und dessen Marktorientierung fördert. Überdies hinaus zielt der Einsatz des Open Source-LMS darauf ab, interne Prozesse im Trainingsbereich zu optimieren, die Netzwerkarbeit mit den Alumni zu verbessern und die Kapazitäten des KAIPTC im Bereich eLearning auszubauen. Aus diesem Grund hat die Jury des eLearning Journals die beiden implementierenden Projektpartner common sense – eLearning & training consultants GmbH und Kofi Anan International Peace Keeping Training Center mit dem eLearning AWARD 2016 in der Kategorie „Open Source“ ausgezeichnet.

 

Vorgaben & Besonderheiten

Vorgaben:
Abbildung eines kompletten Kurs-Lifecycles mit einem Open Source-LMS und Integration eines Alumniportals, das die Einbindung ehemaliger Teilnehmer und aller relevanter Stakeholder verstärkt. Somit wird das LMS über das Trainingscenter hinaus zu einer zentralen Management-, Kommunikations- und Austauschplattform.

Besonderheiten:

Durch den Einsatz des LMS und eLearning sollen die bereits definierten Zielgruppen wie Militär, Polizeikräfte und Diplomaten für Friedensmissionen noch besser und effizienter erreicht werden.

Projektpartner

common sense GmbH

Arndt Bubenzer
Geschäftsführer

common sense - eLearning & training consultants GmbH
Sommergasse 4/4-5
A-1190 Wien

bubenzer@common-sense.at
www.common-sense.at

KAIPTC

Daniel Owusu-Asare
Training Manager

Kofi Annan International Peace Keeping Training Center
CMB PT 210
Cantonements, Accra, Ghana

daniel.owusu-asare@kaiptc.org
www.kaiptc.org

 

Aktuelle Publikation:

eLearning Journal - 2/2017
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