Lernvideos bei STIHL Training: Lohnt sich der Einsatz von Lernvideos?

Lernvideos sind keine neue Methode für betriebliche Aus- und Weiterbildung. Dennoch scheinen Lernvideos in den letzten Jahren eine Renaissance zu erleben und gerade in Unternehmen auf dem Vormarsch zu sein. Die Produktion und Verbreitung von Lernvideos ist heutzutage einfacher und billiger denn je, was die Hürden von selbstproduzierten Videos weitgehend abgebaut hat. Wann also lohnt sich der Einsatz dieser Lernmethode?

Der Erfolg von YouTube hat gezeigt, wie mit einfachen Mitteln hochwertige und insbesondere hilfreiche Lernvideos erstellt werden können. Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch immer mehr Unternehmen in ihren Trainingsstrategien auf die Videomethode setzen oder setzen wollen. Auch STIHL Training stand vor 2 Jahren vor der Entscheidung, ob zukünftig Lernvideos eingesetzt werden sollen. Vor dem flächendeckenden Einsatz musste STIHL allerdings zunächst bewerten, ob der Einsatz von Videos für die eigenen Trainingsbedarfe überhaupt einen Mehrwert bietet.

„Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ – Was kann mit Video erreicht werden?

Um diese Frage zu beantworten, erstellte STIHL eine SWOT-Analyse zu den Stärken (S), Schwächen (W), Chancen (O) und Risiken (T) von Videos. Die aus dieser Analyse gewonnen Erkenntnisse beziehen sich nicht exklusiv auf einen Einsatz bei STIHL, sondern zeigen allgemein die Vor- und Nachteile des Videoformats für die (betriebliche) Bildung.

Zu den Stärken des Videoformats gehört nach dieser Analyse die zeitliche und räumliche Flexibilität, die Zeitersparnis, insbesondere im Vergleich zu oftmals aufwändigeren vergleichbaren eLearning-Produktionen und die vielseitige Gestaltung, die bei den Videos sowohl in technischer Hinsicht als auch bei der Kreativität möglich ist. Darüber hinaus gibt es eine steigende Nachfrage für den Einsatz von Lehrvideos, nicht nur bei den Lernern selbst, sondern auch bei den Unternehmen. Durch Einsparungen und Flexibilität können mit Videos also mehr Lerneinheiten produziert sowie angeboten und damit eine wachsende Nachfrage unter der Lernern nach diesem Format bedient werden. Außerdem eignen sich Lernvideos für mobile Endgeräte, insbesondere für Tablets, und erlauben dadurch einen mobilen und flexiblen Abruf durch die Lerner.

Allerdings besitzt das Videoformat nach der Analyse von STIHL auch einige Schwächen und Risiken. Zum einen findet kein direkter Kontakt zum Zuschauer statt, womit es auch kein klassisches Lehrer-Schüler-Verhältnis gibt. Gleichzeitig ist dieser Austausch zwischen Lehrer und Lerner oftmals für den Erfolg erforderlich. Außerdem ist die Pflege der Web-Videos und deren Inhalte aufwendig und benötigen ausreichend Bandbreite. Aus diesem Grund sollten Videos in angemessenen Rahmenbedingungen zum Einsatz kommen, d.h. die technischen Gegebenheiten müssen vorhanden sein. Die Einführung von Lernvideos macht also nur dann Sinn, wenn die erforderliche Menge an nachgefragtem Infomaterial auch wirklich produziert und auf dem neusten Stand gehalten werden kann. Darüber hinaus lohnt sich der Einsatz von Videos nur dann, wenn durch eine entsprechende Aufmachung (z.B. kreativ oder informativ) gewährleistet werden kann, dass die Inhalte trotzdem zielführend vermittelt werden können.

Video ist nicht gleich Video – Das passende Videoformat ermitteln

Doch nicht nur das Thema „Video“ an sich stand vor dem großflächigen Einsatz auf dem Prüfstand. Analysiert wurden auch verschiedene Videoformate und welche Vor- und Nachteile diese für den praktischen Einsatz als Trainingsmaßnahmen haben. Um das passende Videoformat zu identifizieren, wurden insbesondere die Formate „Handyvideo“, „Außenaufnahmen“ und „Green-Screen“ verglichen und Stärken sowie Schwächen untersucht.

Bei den Handyvideos handelt es sich um einen Videodreh, der mit einer Handy- oder Tablet-Kamera durchgeführt wird. Die Stärken dieses Formats liegen in erster Linie bei den geringen externen Kosten und der schnellen Produktionszeit, was vor allem auch die Ressourcen entsprechender Fachabteilungen schont.

Anhand der Bewertung der Vor- und Nachteile verschiedener Aufzeichnungsformate kann STIHL bei einem neuen Projekt immer das passende Videoformat aussuchen.
Die kurzen und authentischen Lernvideos des Videokanals „STIHL Insight“ sind mittlerweile ein fester Bestandteil der eLearning-Plattform „STIHL Training“.

Schwächen zeigen sich dagegen bei der Qualität der Lernvideos, was sich negativ auf die Attraktivität des Lernangebots auswirken kann und auch nicht zum hohen Anspruch von STIHL passt, der insbesondere bei anderen eLearning-Produktionen präsent ist.

Außenaufnahmen überzeugen durch eine hohe Attraktivität für die Lernzielgruppe von STIHL, auch weil durch dieses Format viele der STIHL-Produkte im Einsatz gezeigt werden können. Auch die große Auswahl an möglichen Schauplätzen für den Videodreh gehört zu den Vorteilen dieses Formats. Diesen Vorteilen steht eine höhere Produktionszeit und damit höheren Kosten sowie ein verstärkter Ressourceneinsatz gegenüber. Zusätzlich sind Außenaufnahmen vom Wetter abhängig, wodurch die Flexibilität bei der Produktion eingeschränkt wird.

Der neue Trend bei der Videoproduktion ist sicherlich der Green-Screen. Dieses Produktionsformat zeichnet sich vor allem durch eine hohe Flexibilität aus, schließlich können die Hintergründe und Szenarios nach Belieben angepasst werden. Auch die überschaubare Produktionszeit, der vergleichsweise geringe Ressourcenaufwand für die Fachabteilung und ein Wiedererkennungswert beim Nutzer (erinnert z.B. an die Tagesschau) sprechen für den Green-Screen. Allerdings ist diese Produktionsweise aufwändiger und mit höheren Kosten verbunden, besonders, wenn der Videodreh mit einem Green-Screen über einen Dienstleister erfolgt. In diesem Fall besteht ebenfalls das Risiko, dass eine Abhängigkeit zu einem Dienstleister und dessen Equipment und Know-how entstehen kann.

STIHL Insight – der Video Channel von STIHL Training

Basierend auf den verschiedenen Analysen des Videoformats und den Bedarfen, die mit den Lernvideos gedeckt werden sollten, entstand der STIHL Insight-Channel. Der Videokanal ist ein Teil von STIHL Training, dem eLearning-Portal von STIHL. Neben den klassischen eLearning-Szenarien, die bei STIHL für die Aus- und Weiterbildung eingesetzt werden, wie beispielsweise WBTs, Animationen oder detaillierte Präsentationen, richten sich die Lernvideos von STIHL Insight in kurzen Filmen von 2-3 Minuten an alle Personen, die mit STIHL und dessen Produkte in Berührung kommen.

Konkret behandeln die Lernvideos auf STIHL Training Beratungs-, Service- und Anwendungs-Informationen aus dem Stammhaus und zu Produktneuheiten. 6 Monate vor der Markteinführung werden für die STIHL Gesellschaften von den entsprechenden Produktmanagern neue Produkte in kurzen Videos vorgestellt und deren wichtigste Aspekte erläutert. Der Einsatz der eigenen Mitarbeiter, anstelle von professionellen Schauspielern, hat den Vorteil, dass die entsprechenden Menschen im Unternehmen bekannt sind und den Videos dadurch eine höhere Authentizität verliehen wird.

Aufgenommen werden die Videos in Deutsch und Englisch, während für andere Sprachen entsprechende Untertitel zur Verfügung stehen. Der Green Screen und Außenaufnahmen kommen immer wieder zum Einsatz. Vor allem die Außenaufnahmen werden immer wieder als kurze Einspielungen in die STIHL Insight-Videos eingebunden und zeigen in der Regel das vorgestellte Produkt im praktischen Einsatz.

Dass sich der Aufwand lohnt, zeigt die große Akzeptanz von STIHL Training und STIHL Insight. Die Lernangebote sind freiwillig und haben in der Regel trotzdem Zugriffszahlen, die regelmäßig bei 80% und mehr liegen.

KONTAKT

ANDREAS STIHL AG & Co. KG

Ansprechpartner:
Marbod Lemke
STIHL Training
Internationale Trainingsservices

Stuttgarter Str. 80
71332 Waiblingen

www.stihl.de


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