Mobile Learning im Handel

Das Lernen mit mobilen Endgeräten wird von Marktteilnehmern wie von Forschungseinrichtungen gleichermaßen als eine der wichtigsten Entwicklungen des Corporate Learning bewertet. Denn durch Mobile Learning haben viele Berufsgruppen die Möglichkeit, sich nach eigenem Bedarf und nicht mehr nur mit konventionellen Weiterbildungsmaßnahmen fortzubilden.

Gerade für Berufsgruppen, die im Außendienst oder Verkauf tätig sind, schaffen Ad-hoc-Lernen und spontaner Informationszugriff mit mobilen Endgeräten einen bisher nicht dagewesenen Mehrwert. So erschließen mobile Lernszenarien neue Zielgruppen, neue Räume und Zeiten, die mit stationärem Arbeitsplatz-Lernen so nicht möglich gewesen wären.

Mobile Learning verspricht für den Handel viele Vorteile

Im Handel sind viele Mitarbeiter im Verkauf beschäftigt, die zum einen die Innovationsanstrengungen der Handelsunternehmen umsetzen sollen. Diese sind darauf ausgerichtet, die Verkaufsprozesse zwischen den Marktteilnehmern schneller, günstiger und qualitativ besser abzuwickeln. Zum anderen ergeben sich durch den direkten Kontakt mit den Kunden beim Verkaufspersonal besondere Herausforderungen und ein hoher Bedarf an Qualifizierung und Schulung. Daher liegt es nahe, diese und andere Mitarbeiter in Handelsunternehmen auf elektronischem Weg zu qualifizieren. Allerdings ist für das Verkaufspersonal in der Regel gar kein PC-Arbeitsplatz vorhanden und ein Zugang zu einem zentralen Rechner ist nur bedingt gegeben. Das erschwert die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter mit elektronischen Mitteln über einen PC stark. Folglich hat der Handel einen ausgeprägten Bedarf, seine Mitarbeiter mit mobilen Endgeräten zu qualifizieren.

Aktuelle Verbreitung von Mobile Learning

Laut einer Befragung von 14 Unternehmen durch die Know How! AG ist das Thema Mobile Learning auf dem besten Weg, sich als feste Größe des Corporate Learning zu etablieren. 36 % der Befragten gaben an, bereits Mobile Learning im Unternehmen zu verwenden. Davon sind lediglich 7 % mit ihrem derzeitigen Einsatz zufrieden. Der größere Teil (29 %) möchte sein Mobile Learning-Angebot weiter ausbauen. Weitere 28 % der Befragten gaben an, zwar noch kein Mobile Learning zu verwenden, den Einsatz jedoch konkret zu planen. 36 % der Befragten haben derzeit noch kein Mobile Learning im Einsatz und darüber hinaus auch keinen konkreten Einsatz geplant. Die Gründe, welche für oder gegen den Einsatz von Mobile Learning genannt wurden, waren dabei breit gefächert.

Spannend bleibt Mobile Learning definitiv auch in der Zukunft für den Handel. Nach Ansicht der Experten glauben 50 %, dass Mobile Learning in zwei bis drei Jahren bei der Hälfte aller Handelsunternehmen angekommen ist. In Anbetracht der starken Fragmentierung des Marktes und den vielen projektspezifischen Anforderungen und Voraussetzungen ist davon auszugehen, dass die mobilen Lernangebote sehr heterogen bleiben werden.

Mobile Learning-Projekte erfolgreich umsetzen

Insgesamt ist das Thema Mobile Learning damit also auf einem guten Weg und sollte in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung zunehmen. Doch auf dem Weg zum erfolgreichen Mobile Learning stellen sich einem Unternehmen zahlreiche Fragen: Welches Problem soll Mobile Learning lösen? Welche Inhalte sind passend? Soll die Anwendung für alle Mitarbeiter oder einzelne Gruppen verfügbar sein? Auch Fragen nach den geeigneten Endgeräten und der Lernzeitregelung stehen im Raum.

Für solche und ähnliche Fragen hat die Know How! AG, einer der größten eLearning-Anbieter mit Mobile Learning-Erfahrung im deutschsprachigen Raum, eine Methode entwickelt, anhand derer Mobile-Learning-Projekte erfolgreich konzipiert werden können. In einer solchen Analyse sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

Geräte

Die Bereitstellung der Lerninhalte unterscheidet sich bei Mobile Learning sehr stark durch das Ausgabemedium von klassischem E-Learning mit Desktop-PCs. Daher müssen sich die Projektpartner über die Vielzahl von mobilen Geräten und deren physische, technische und funktionale Charakteristiken im Klaren sein. Diese Aspekte sind wichtig, da Sie das Interface zwischen dem mobilen Nutzer und der Lernaufgabe darstellen. Außerdem haben diese Größen einen signifikanten Einfluss auf die Usability einer Anwendung. Grundsätzlich sind viele Endgeräte für Mobile Learning denkbar. Im Kontext betrieblicher Aus- und Weiterbildung werden allerdings am häufigsten Smartphones und Tablets eingesetzt.

Die Verbreitung von Mobile Learning nimmt immer weiter zu.
Gerade Verkäufer im Handel können mobile Endgeräte einen großen Mehrwert bieten, z.B. um Informationen in einem Kundengespräch nachzuschlagen.

Zielgruppe

Bei unterschiedlichen Mobile Learning-Szenarien können auch unterschiedliche Zielgruppen in Frage kommen, die sich bei den Anforderungen maßgeblich unterscheiden können. Die Arbeitssituation von Mitarbeitern ist je nach Branche oder Geschäftsbereich unterschiedlich. Bei Verkaufsmitarbeitern ist beispielsweise kein fester PC-Arbeitsplatz vorhanden, Mitarbeiter, die im Vertrieb tätig sind, sind häufiger unterwegs als andere Kollegen. Außerdem benötigen Mitarbeiter je nach ihrer bisherigen Erfahrung mit mobilen Technologien mehr oder weniger Support bei der Verwendung.

Inhalte

Bei den Inhalten von Mobile Learning gibt es keine grundsätzlichen Einschränkungen. Denkbar sind alle Inhalte, solange sie in Konzeption, Gestaltung und Technik für die spezifischen Anforderungen der Mobilgeräte angepasst werden. Je nachdem, welches Gerät hauptsächlich verwendet werden soll, können sich aber auch die Inhalte wieder wandeln. Außerdem muss die Komplexität der Inhalte bedacht werden, da sich komplexere Inhalte von der Darstellung weniger komplexe Inhalte unterscheiden.

Formate

Zunächst ist wichtig zu klären, ob der Zugang zu den Informationen immer und überall auf dem Gerät möglich sein soll oder ob ein Zugriff nur mit Internetverbindung geschehen soll. Daraus resultiert die Entscheidung über die Umsetzung als Native App oder als Web App. Eine Web App ist grundsätzlich nichts anderes, als eine speziell programmierte HTML5-Website, die das Endgerät erkennt und den Inhalt optimiert dafür darstellt. Native Apps werden dagegen speziell für ein Betriebssystem programmiert und laufen dann anschließend nur auf diesem System. Dadurch kann sichergestellt werden, dass alle Schnittstellen zur Hardware einheitlich funktionieren und Inhalte auch offline verfügbar sind. Ist diese Frage geklärt, kann eine Entscheidung bzgl. der einzusetzenden Lernformate getroffen werden. Für eine bestmögliche Usability der einzelnen Formate sollten der psychologische Komfort der Lernanwendung (d. h. intuitive Bedienung, Einprägsamkeit, Erlernbarkeit, Verständlichkeit, etc.) und die Zufriedenstellung der Lernenden (d. h. ästhetische Gestaltung des Interface, Physische Erscheinung, Funktionalität, etc.) gewährleistet sein. Ein ebenso wichtiger Faktor ist die Entscheidung über die Dauer der Anwendung oder einzelner Lerneinheiten.

Wie diese Methode für eine Konzeption eines Mobile Learning-Projekts konkret genutzt werden kann, zeigt das nachfolgende Beispiel anhand eines Lernszenarios.

Vor allem für Auszubildende, Nachwuchs-Führungskräfte und Kunden ist im Handel Mobile Learning geeignet.

Praxisbeispiel – Ausbildung im Einzelhandel

Mitarbeiter im Handel haben durch ihren direkten Kontakt mit Kunden einen hohen Bedarf an Schulung. Durch den fehlenden festen PC-Arbeitsplatz, muss Lernen „anywhere und anytime“ für die Mitarbeiter möglich sein. Damit können Kompetenzen schnell aufgebaut und die Kunden optimal beraten werden. Mobile Learning ist in diesem Kontext also besonders geeignet. Die Zielgruppe dieses Lernszenarios sollen Auszubildende im Einzelhandel sein. Diese haben durch ihre besonders gute Erfahrung mit mobilen Endgeräten optimale Voraussetzungen und haben einen besonders hohen Lernbedarf. Weil die Auszubildenden außerdem bereits sehr gut mit eigenen Geräten ausgestattet sind, eignen sich für dieses Lernszenario in erster Linie Smartphones. Inhaltlich soll sich das Projekt auf die Produkt- und Warenkunde über die im Unternehmen vertriebenen Produkte konzentrieren. Denkbar sind allerdings auch Inhalte aus dem Bereich der schulischen Ausbildung Verkaufskompetenz. Ein erfolgreiches Format für den Einsatz auf Smartphones sind Quizze in der Form einer Quiz-App. Das Quiz-Format erlaubt zeit- und ortunabhängigen Zugriff, ermöglicht informelles Lernen, motiviert durch den Gamification-Charakter mit Duell-Funktion die Auszubildenden und macht sie aufnahmefähiger für die präsentierten Inhalte.

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