LEARNTEC 2017 zeigt die Zukunft der digitalen Bildung

Die digitale Transformation nimmt in allen Bereichen Fahrt auf und so auch in der Bildung. Technische Lösungen wie Virtual Reality, Games Engines, Mobile Technologies und Wearables drängen in kurzen Abständen auf den Markt und bieten immer neue Möglichkeiten für modernes Lernen. Auch für die Gesellschaft und Organisationen bedeutet dies einen Wandel. Digitale Bildung ist zu einem Wachstumsmarkt geworden, der auch der LEARNTEC von Jahr zu Jahr mehr Aufschwung verleiht.

Vom 24. bis 26. Januar 2017 bietet die LEARNTEC zum 25. Mal eine Bühne für aktuelle Trends und zukünftige Entwicklungen. Auf der größten Plattform im Bereich eLearning werden mehr als 240 Aussteller aus 12 Nationen die neuesten Anwendungen und Programme für das Lernen mit IT präsentieren und aktuelle Trends sowie zukünftige Bildungsszenarien aufzeigen. Mehr als 7.500 IT-Verantwortliche und HR-Entscheider werden zur Jubiläumsausgabe erwartet.

Hoher Besucherandrang auf der 24. LEARNTEC. (Quelle: KMK/BEHRENDT&RAUSCH)

LEARNTEC wagt Blick in die Zukunft der Bildung

„Die LEARNTEC ist bereits zum 25. Mal Impulsgeber für die digitale Bildung“, so Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH. „Das Jubiläum haben wir zum Anlass genommen, ausgewählte Bildungsexperten um einen Blick in die Zukunft des digitalen Lernens zu bitten.“ Im Rahmen der Studie „Digitale Bildung auf dem Weg ins Jahr 2025“, die in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Peter A. Henning, Mitglied des Kongresskomitees der LEARNTEC, und dem mmb-Institut durchgeführt wurde, wurde ein Expertenpanel aus allen Bildungssektoren sowie aus der Bildungspolitik zum digitalen Lehren und Lernen in den Bereichen Schule, Hochschule und der beruflichen Aus- und Weiterbildung befragt.

Das Ergebnis: Der eLearning-Markt wird weiterhin stark anwachsen. Wenn der Mittelwert aller Expertenschätzungen als Grundlage genommen wird, prognostizieren die Befragten für die kommenden fünf Jahre eine Umsatzentwicklung der eLearning-Kernbranche um 116 Prozent. Als Ausgangswert wurde der vom mmb-Institut im vergangenen Jahr ermittelte Wert von 600 Millionen Euro angenommen. Der Branchenumsatz von derzeit 600 Millionen wird sich demnach bis zum Jahr 2020 auf 1,3 Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von 17 Prozent. Die Experten wagen somit eine sehr günstige Prognose für die wirtschaftlichen Chancen der eLearning-Branche im Zuge der Digitalisierung des Lernens in Deutschland.

Die Experten wurden zudem zu folgenden Aussagen befragt: „Bis zum Jahr 2025 werden – ähnlich wie bei Amazon im Handel – wenige große Wissensplattformen kleine Fachverlage weitgehend verdrängen“ und „Bis zum Jahr 2025 werden Virtualisierung, Augmented Reality und 3D-Technologien es ermöglichen, dass Wissensvermittlung und Kompetenzerwerb – vor allem in den MINT-Bereichen – nahezu ausschließlich „immersiv“ stattfinden werden“. Die gesamten Ergebnisse der Studie wurden im Dezember veröffentlicht.

Lebenslanges Lernen im Fokus

„Als Veranstalter der LEARNTEC liegt es uns am Herzen, die digitale Bildung in alle Lebensphasen zu integrieren“, sagt KMK-Chefin Britta Wirtz. „Während der Einsatz von digitalen Medien in deutschen Unternehmen im europäischen Vergleich überdurchschnittlich ist, hinken wir im Bereich der digitalen Bildung in Schulen und Hochschulen oft anderen Ländern hinterher.“

Eröffnung der 24. LEARNTEC durch Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH. (Quelle: KMK/BEHRENDT&RAUSCH)
Mit den erwarteten über 7.250 Besuchern wird 2017 für die LEARNTEC ein neues Rekordjahr darstellen. (Quelle: KMK/BEHRENDT&RAUSCH)

Um diesen Rückstand zu beheben, hat die LEARNTEC sich dem Einsatz von digitalen Medien in der Schullehre bereits 2014 angenommen und den Themenbereich school@LEARNTEC initiiert. Zudem fand im vergangenen Jahr die Premiere von university@LEARNTEC statt. Beide Themenbereiche werden auch in diesem Jahr wieder die Zukunft der digitalen Bildung in Schulen und Hochschulen aufzeigen.

Wie funktioniert digitale Schule? Welche neuen Formen des Lernens und Unterrichtens entstehen durch digitale Lehrmaterialien und was muss dabei beachtet werden? Wie sehen optimales Lernen und die Vermittlung von Medienkompetenz aus? Dies sind nur einige der Fragestellungen, die im Forum school@LEARNTEC thematisiert werden. Bei der diesjährigen school@LEARNTEC erwarten die Besucher einige Neuerungen: In einer digitalen Lernlandschaft, die unter anderem mit der Hochschule der Medien Stuttgart konzipiert wurde, zeigen Experten, welche didaktischen Konzepte sich anbieten, um die 21st Century Skills zu erwerben und wie digitale Medien (-konzepte) dabei helfen können.

Hochkarätig besetzter Kongress mit international gefragten Referenten

Der Kongress der 25. LEARNTEC widmet sich dem Motto „Zukunft Lernen: Lernwelten neu denken“. Er behandelt das Spannungsfeld zwischen modernen technischen Möglichkeiten und dem Menschen im Mittelpunkt der digitalen Lernszenarien. Experten zeigen an den drei Kongresstagen Zukunftstechnologien auf. Die Teilnehmer erfahren hier beispielsweise, wie mit Virtual Reality Erlebnisräume erschaffen und interaktive Videos gestaltet werden und was sich hinter Social Augmented Learning verbirgt. Da zum Entstehen neuer Lernwelten mehr als nur Technologie benötigt wird, beschäftigt sich der Kongress der kommenden LEARNTEC auch besonders mit der Fragestellung, wie das Arbeiten und Lernen zukünftig in Organisationen erfolgt. Dieser Bereich wird in Sektionen wie Future and modern Workplace Learning, New Work – Stakeholder, Change, Kreativität, Community Management und Individualisierung des Lernens behandelt. Vom Einsteiger bis zum eLearning-Experten – das Kongressprogramm bietet gebündeltes praxisnahes Wissen für alle Zielgruppen.

240 Aussteller präsentieren auf der LEARNTEC 2017 die aktuellen Innovationen und Trends im deutschsprachigen eLearning-Bereich. (Quelle: KMK/BEHRENDT&RAUSCH)

Insgesamt werden auf der LEARNTEC 2017 mehr als 120 Referenten in Vorträgen und Workshops ihr Wissen mit dem Fachpublikum teilen und zeigen, wie sich der Wandel hin zu einer digitalen Lernkultur gestaltet und wie die Lernwelt jetzt und in Zukunft aussieht. Ein besonderes Highlight des Kongresses bildet die Keynote des weltweit anerkannten Futuristen, Analysten und Speakers Elliott Masie am ersten Messetag, der dem Publikum seine Vorstellung von „Learning Trends, Shifts and Disrupters“ präsentieren wird. Auch die Diskussionsrunde zum Thema „Zukunft der Bildung – Deutschland als digitales Entwicklungsland“, an der unter anderem Markus Beckedahl, Chefredakteur von Netzpolitik.org teilnehmen wird, gehört zu den Höhepunkten des Kongresses.

INFO

Studie „Digitale Bildung auf dem Weg ins Jahr 2025“ zum 25. Bestehen der LEARNTEC

Die rasant fortschreitende Digitalisierung in der Gesellschaft spiegelt sich ebenfalls in den Bildungssektoren Schule, Hochschule, Aus- und Weiterbildung. Der zentrale Schlüssel, um diese Entwicklung erfolgreich zu gestalten, ist die digitale Kompetenz der Lehrenden. Dies gehört zu den wesentlichen Ergebnissen einer Studie, die anlässlich des 25. Jubiläums der LEARNTEC  durchgeführt wurde. Hierzu wurde ein Expertenpanel aus allen Bildungssektoren sowie aus der Bildungspolitik zum digitalen Lehren und Lernen in den Bereichen Schule, Hochschule und der beruflichen Aus- und Weiterbildung befragt.

Digitale Kompetenz der Lehrer im Fokus

Als größte Herausforderung in allen Bildungsbereichen sehen die Experten die digitale Kompetenz der Lehrenden. In der Schulbildung sind es die Lehrerinnen und Lehrer, auf die es bei der Umsetzung des digitalen Lernens in den nächsten Jahren ankommt. Ihre Kompetenz im Umgang mit den digitalen Medien und ihre didaktischen Ansätze entscheiden aus Sicht der befragten Experten ganz wesentlich über den Erfolg des digitalen schulischen Lehrens und Lernens. Erst wenn diese Herausforderung gemeistert ist, wird die technische Ausstattung in den Vordergrund rücken. Auch die finanziellen Mittel – etwa zur Anschaffung der erforderlichen Hard- und Software oder zur Ausstattung aller Schulen mit einem funktionierenden WLAN – werden von den Befragten als eine große Herausforderung eingeschätzt.

Bildungsministerin Johanna Wanka hat hierzu vor knapp zwei Monaten Unterstützung des Bundes angekündigt. Fünf Milliarden Euro will der Bund investieren, um bis 2021 alle 40.000 Schulen in Deutschland mit Computern und WLAN auszustatten. Im Gegenzug für die finanzielle Unterstützung müssen die Länder sich jedoch verpflichten, „digitale Bildung zu realisieren“. Dies hieße, sie bilden die Lehrer dafür aus, entwickeln Konzepte für den Unterricht, einigen sich auf gemeinsame technische Standards und kümmern sich um Wartung und Betrieb der digitalen Infrastruktur. In der Zusammenarbeit von Bund und Ländern, der Verbindlichkeit der Lehrkonzepte und der Steuerung und Qualifizierung der Lehrkräfte sehen auch die befragten Experten wichtige Maßnahmen.

Wichtige technologische Trends der Zukunft

Technologische Entwicklungen haben im vergangenen Jahrzehnt den Zugang zu und die Darstellung von Informationen grundlegend verändert. Aus Sicht der Experten wird auch in den kommenden zehn Jahren das Lernen mit mobilen Endgeräten der wichtigste Trend sein. Aber auch die Individualisierung des Lernens durch Learning Analytics und Big Data wird immer wichtiger. Hierbei werden die Daten jedes Lerners während des Lernens erhoben, analysiert und anschließend ausgewertet. So erhält der Lernende ein spezifisches Lernangebot, das individuell und gezielt auf seine inhaltlichen und didaktischen Bedarfe ausgerichtet ist. Lernen nach dem Gießkannenprinzip wird also durch intelligentes adaptives Lernen ersetzt.


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