LMS sind nach wie vor beliebt – doch bleibt ihr Einsatz auch zukünftig stabil?

Lernmanagementsysteme (LMS) stellen in der betrieblichen Weiterbildung ein hilfreiches Werkzeug zur Bereitstellung und Verteilung von eLearning-Inhalten dar und beinhalten zumeist noch zahlreiche weitere Features, wie das Bildungscontrolling. Damit erleichtern sie vielen Unternehmen bereits die Organisation ihres internen Lernprozesses. Wenn es um den Einstieg in das Thema eLearning geht, ist ein LMS meist das erste, in das eine Firma investiert. Daher ist die Software bereits nahezu flächendeckend im DACH-Bereich im Einsatz. Doch damit hat sich ihr Potenzial noch lange nicht erschöpft.

Als zentrale Software zur Verwaltung und Bereitstellung von betrieblicher Bildung sind LMS in den meisten deutschsprachigen Unternehmen die wichtigste eLearning-Infrastruktur. Dies zeigen auch die Ergebnisse der diesjährigen eLearning BENCHMARKING Studie, bei welcher mit 72,8 % fast drei Viertel der im DACH-Bereich angesiedelten, teilnehmenden Unternehmen angaben, bereits mit solch einem System zu arbeiten. Weitere 14 % der Studienteilnehmer planen derzeit die Anschaffung eines LMS. Gerade einmal rund 11 % ziehen eine Implementierung zurzeit nicht in Betracht. Besonders beliebt sind die Systeme laut 88,8 % der befragten Unternehmen für die Bereitstellung von Lerninhalten, wie Web Based Trainings, für das Veranstaltungsmanagement (67,7 %) sowie das Bildungscontrolling (64,9 %). Dies unterstreicht die Relevanz, die das System bereits für den digitalen Weiterbildungsmarkt hat. Doch trotz häufig fallender Negativprognosen aufgrund oftmals mangelnder Flexibilität, sind den LMS hier noch lange keine Grenzen gesetzt. So haben sie, wie die BENCHMARKING Studie auch zeigt, zum Teil noch großes Verbesserungspotenzial.

Innerhalb der Studie gaben mehr als die Hälfte der Unternehmen an, mit ihrem aktuell im Einsatz befindlichen LMS unzufrieden zu sein – sei es aufgrund von Mängeln oder des Verbesserungspotenzials, insbesondere im Hinblick auf die Benutzerfreundlichkeit. Ein Wechsel im Nachhinein ist oftmals nicht leicht und mit Kosten verbunden, weshalb dies nur 8,2 % der betroffenen Unternehmen in Betracht ziehen. Doch woher kommt diese Unzufriedenheit?

Größter Mangel ist die Benutzerfreundlichkeit

Besonders häufig genannt wurde diesbezüglich die mangelnde Benutzerfreundlichkeit, die scheinbar noch die meisten LMS auszeichnen und den Systemen bereits seit ihrem Markteinstieg nachgesagt werden. Dabei ist gerade diese in Bezug auf die Mitarbeiter-Akzeptanz für das Thema eLearning von Relevanz. Nur wenn ein LMS intuitiv und  unkompliziert in der Anwendung ist, wird es auch gerne von den Lernenden genutzt. Doch auch in puncto Optik und Layout lassen die Systeme häufig noch zu wünschen übrig. Beispielsweise die Anpassung an das Firmen-Design wäre hier wünschenswert. Und auch für den Einsatz in einem Social Learning-Format eignen sich viele LMS bisher weniger. Diese Ergebnisse unterstreicht auch die globale Learning Technology Study 2016 der Brandon Hall Group, nach welcher weltweit sogar 44 % der befragten Unternehmen, die bereits über ein LMS verfügen, über einen Wechsel nachdenken. Mit 87 % ist der dafür meistgenannte Grund das Verbesserungspotenzial der Benutzerfreundlichkeit für die Lernenden, dicht gefolgt von dem Wunsch nach einer verbesserten administrativen Usability (74 %), besseren Möglichkeiten zum Reporting (66 %) und der Tauglichkeit auf mobilen Endgeräten (66 %).

Insbesondere die mangelnde Benutzerfreundlichkeit bewegt die Unternehmen zu einem LMS-Wechsel. (Quelle: © Learning Technology Study 2016 - Brandon Hall Group)
Was ein LMS für den erfolgreichen Einsatz bedarf.

Um diese Unzufriedenheit daher von vornherein zu vermeiden, empfiehlt es sich, vor Kaufentscheidung für ein LMS den Markt gründlich zu sondieren und herauszufinden, welche individuellen Ansprüche das Unternehmen an solch eine Infrastruktur hat. Dabei decken die LMS verschiedener Anbieter zwar meist die gleichen Grundfunktionen ab, unterscheiden sich aber häufig in Bezug auf andere Themen, wie Benutzerfreundlichkeit, Design, erweiterter Funktionen und Integrierungsmöglichkeiten. Um sich hier zurechtzufinden, kann ein Anforderungskatalog helfen. Solch einen Katalog hat jedoch bisher gerade mal die Hälfte der Unternehmen angefertigt, die zurzeit ein LMS nutzen. Gerade in einem Unternehmen, bei dem das Thema eLearning noch in den Kinderschuhen steckt, ist es oftmals schwierig im Vornherein zu definieren, was das Unternehmen zum erfolgreichen Einsatz braucht, da das eLearning an sich häufig noch nicht konkret geplant wurde. 55,6 % der Unternehmen trafen ihre Entscheidung für einen LMS-Anbieter in erster Linie aufgrund der Übereinstimmung mit ihrem Anforderungskatalog, doch was wenn man sich über diesen noch unklar ist? Im Vordergrund stehen dann das Preisleistungsverhältnis und die Benutzerfreundlichkeit für die Lernenden als ausschlaggebende Entscheidungsfaktoren. Doch auch eine einfache, intuitive Administration und die Unterstützung von mobilen Endgeräten sind gefragt. Zudem legen 33,3 % der Unternehmen Wert darauf, von ihrem Anbieter in ihren Bedürfnissen verstanden zu werden. Wenn diese Faktoren stimmen – so sind sich die Unternehmen mit großer Mehrheit einig –, kann der Einsatz eines LMS von Erfolg gekrönt sein.

Wie sieht die Zukunft des LMS-Marktes aus?

Diesbezüglich befragte das mmb-Institut Experten auf dem eLearning-Markt zu den Zukunftsaussichten der Lernmanagementsysteme und bekam von 81 % aller Stimmen eine positive Rückmeldung. So haben die Systeme zwar durchaus Verbesserungspotenzial in Bezug auf Nutzerzentrierung und Flexibilität, aber daneben auch ein großes Entwicklungspotenzial – sei es durch die Integration adaptiver Lernsysteme oder eines Performance Supports. Wenn der LMS-Markt an diesen Potenzialen festhält und auch zukünftig den Anforderungen gerecht wird, haben die Systeme auch zukünftig nach wie vor eine substanzielle Rolle in der betrieblichen Weiterbildung inne.


SoftDeCC


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