Mit Emotion zum Lernerfolg

Motivierende Kommunikation von E-Learning-Maßnahmen

Erfolgreiche Kommunikationskampagnen wecken positive Emotionen. Aber was hat das mit E-Learning zu tun? Ganz einfach: Wer mit Freude und Überzeugung lernt, lernt besser!

Die Erfahrung zeigt: Das bloße Vorhandensein bzw. die Bereitstellung von E-Learning-Inhalten in Unternehmen ist nur selten Garant für deren Nutzung. Denn was der Mitarbeiter nicht weiß, macht ihn auch nicht heiß! Daher sind auch im E-Learning Kommunikation und Motivation das A und O für den Erfolg von Trainingsmaßnahmen.

Das ist auch den meisten Unternehmen bewusst, aber das Budget ist oft knapp. Beliebte Methoden zur Bekanntmachung neuer Trainings sind daher z. B. kurze Mitteilungen per E-Mail oder versteckt im Intranet. Oft kommt auch die „Brecheisenmethode“ zum Einsatz: Um die Nutzungsraten zu erhöhen, werden Mitarbeiter zur Teilnahme an Trainings verpflichtet — mit zweifelhaftem Lernerfolg.

Dabei bietet das Spektrum an Kommunikationsmaßnahmen viele effektive und auch kostengünstige Möglichkeiten, um die Zielgruppe zur Trainingsteilnahme zu motivieren. Im Folgenden werden drei Bausteine vorgestellt, die die Grundlage zur erfolgreichen Kommunikation von E-Learning-Maßnahmen darstellen:

MOTIVATION

Mit passenden Kommunikationskonzepten lässt sich die Motivation zur Trainingsnutzung zielgerichtet unterstützen. Entscheidend für die Auswahl des richtigen Konzepts sind die Identifizierung der Zielgruppe und deren emotionaler Anker. Dies wurde auch in einer Umfrage unter den Teilnehmern der Kooperationsveranstaltung HERBSTIMPULSE 2010 (www.herbstimpulse.de) bestätigt. Die Ergebnisse der Veranstaltung von Canudo und der Goethe-Universität Frankfurt zum Thema „eMotion im E-Learning“ zeigten deutlich, dass Emotionen grundlegend für Lernmotivation und -erfolg sind.

Teaser-Podcasts mit offenem Ende machen freiwilligen Helfern Laune auf E-Learning.

Aber was bedeutet das in der Praxis? Als Ausgangspunkt für die Konzeption motivierender Kommunikationsstrategien kann z. B. eine Analyse über die bisherige Nutzung der Lerninhalte dienen, insofern verwertbare Daten zugänglich sind.

Je mehr Informationen zum Lernverhalten der Zielgruppe vorhanden sind, umso leichter lassen sich passende Kommunikationskonzepte finden. Mögliche Anhaltspunkte sind: Zu welcher Tageszeit wird gelernt? Was sind die beliebtesten Themen? Lassen sich Peaks in der Nutzungsrate bestimmten Ereignissen zuordnen?

Eine von Canudo für einen internationalen Konzern durchgeführte Studie bestätigte u. a., dass die aktive Empfehlung von Wissensangeboten die Motivation der Lerner zur Nutzung von Selbstlerninhalten deutlich erhöht. Des Weiteren wurde festgestellt, dass das Lernverhalten der Mitarbeiter einer Regelmäßigkeit unterliegt. Die meisten Zugriffe auf Lerninhalte erfolgen kurz vor und kurz nach der Mittagspause. Aus diesen Erkenntnissen lässt sich z. B. schließen, dass der gezielte Versand von Trainingsempfehlungen genau zu diesen Uhrzeiten die höchste Aufmerksamkeit erlangt und dadurch mehr Trainingszugriffe erreicht werden können.

Die Autorin

Claudia Punstein
Claudia Punstein ist Anglistin und Medienmanagerin. Seit 2005 ist sie in der Konzeption von E-Learning Content und mediendidaktischer Beratung aktiv und hat zahlreiche Lernkonzepte, Drehbücher und Kommunikationsmaßnahmen für namhafte Unternehmen entworfen (z. B. E.ON, Epson, DFB). Seit Anfang 2011 ist sie zudem Leiterin der Canudo-Unit EMOTION, die für die Entwicklung von begleitenden Kommunikationsmaßnahmen zur Sensibilisierung und Motivation von Lernern zuständig ist.

Durch die Analyse der beliebtesten Themen unter den Nutzern, z. B. Work-Life-Balance, ließen sich Interessen und emotionale Anker identifizieren. Diese Ergebnisse konnten dann als Grundlage zur thematischen Erweiterung eines Trainingsprogramms genutzt werden und boten gleichzeitig Ansatzpunkte für motivierende Kommunikationskonzepte zur Steigerung der Auseinandersetzung mit den Inhalten.

Ein solches motivierendes Kommunikationskonzept wurde von Canudo u. a. auch im Rahmen von E-Learning-Maßnahmen für die 1.000 Volunteers der FIFA U-20-Frauen-WM 2010 entwickelt. Um die Volunteers auf die interaktiven Trainings einzustimmen, wurden Teaser-Videos mit offenem Ende vorab als Podcast versendet. Die Videos machten neugierig auf die Inhalte und gaben Anlass zum Austausch mit anderen Volunteers, z. B. in speziell zur Verfügung gestellten Foren.

INTERAKTION

Bei der Auswahl der richtigen Kommunikationskanäle muss heutzutage besonderes Augenmerk auf Interaktion gelegt werden, da ein involvierendes Erlebnis besser im Gedächtnis verankert bleibt. Zudem gibt es Anlass zum Gespräch und — im Vergleich zur reinen Information — auch Anlass zur Rückkopplung, die neben der Analyse von quantitativen Daten wie Nutzungszahlen ein wichtiger Indikator für Erfolg und Misserfolg einer Maßnahme ist.

Beispiele für interaktive Kommunikationsmaßnahmen sind Mitarbeiter-Events oder -Promotions, aber auch der Einsatz von Social Media. Letzteres ist insbesondere bei jüngeren oder medienaffinen Zielgruppen geeignet.

In diesem Zusammenhang hat Canudo z. B. ein interaktives Newsletter-Konzept im Bereich Customer Education (Kundenschulungen im B2B-Bereich) entwickelt. Das Ziel war Händler und Verkäufer in Elektronikmärkten über neue Online-Schulungsmaßnahmen zu informieren. Da die Teilnahme an den Trainings in der Regel freiwillig ist, sollte hier ein motivierendes Element gefunden werden, das die Verkäufer zum Besuch der Plattform animiert.

Die Lösung für die eher wettbewerbsorientierte Zielgruppe war das Einbinden einer herausfordernden Schätzfrage rund um ungewöhnliche, interessante und lustige Ereignisse der Geschichte. Die dazugehörige Lösung wird geschickt mit Zusatzinformation über neue Produkte oder andere unternehmensrelevante Themen verknüpft. Seit ihrer Einführung ist die Schätzfrage unangefochten das beliebteste Thema des Newsletters und hat die Klickraten erhöht.

KONTINUITÄT

Nur die kontinuierliche Arbeit mit Lerninhalten führt zu einem nachhaltigen Erfolg. Kommunikationsstrategien müssen daher stimmig und langfristig ausgelegt sein, denn sonst bleibt die beste Idee eine Eintagsfliege und Wissen wird ab- statt aufgebaut. Wichtig ist dabei die kontinuierliche Überprüfung der aktuellen Strategie und folglich deren Anpassung. Fragestellungen hierbei können sein: Hat sich die Zielgruppe verändert? Bieten neue Technologien effektivere oder kostengünstigere Kommunikationsmöglichkeiten? Sind Methode, Wording und Optik noch zeitgemäß und ansprechend?

Canudo hat anhand solcher Fragen das Kommunikationsangebot eines Unternehmens im Rahmen einer Plattformüberarbeitung unter verschiedenen Aspekten der Zielgruppenorientierung untersucht und Optimierungen u. a. im Bereich Wording, Bild- und Interaktionskonzept vorgenommen. Durch die Neuausrichtung wurde die Zielgruppe passender und emotionaler angesprochen und so gezielter zur Nutzung der Inhalte animiert.

Fazit

Für einen nachhaltigen Nutzungs- und Lernerfolg müssen E-Learning-Maßnahmen richtig kommuniziert werden. Dazu gilt es, zielgruppengerechte und emotionalisierende Elemente zu finden und einzusetzen, um die Bereitschaft für E-Learning-Maßnahmen von Anfang an zu erhöhen. Möchten Sie emotionale Kommunikationsmaßnahmen zur Steigerung des Lernerfolgs in Ihrem Unternehmen einsetzen oder mehr über das Thema erfahren? Kommen Sie auf unseren LEARNTEC Stand (Halle 1, Stand A50) oder kontaktieren Sie uns einfach telefonisch oder per E-Mail!

 

Kontakt

Canudo GmbH
Ansprechpartner: Claudia Punstein
Mediendidaktische Beratung und Konzeption
Unit-Leitung EMOTION
Kontorhaus, Lindleystr. 12
60314 Frankfurt am Main
Telefon: +49 69 90 43 005 - 13
claudia.punstein(at)canudo.de
www.canudo.de


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