Digitalisierung in Unternehmen: 6 Tipps für die Modernisierung der betrieblichen Weiterbildung

Dienstag, 15.08.2017

Die Digitalisierung ist ein Trend, der nicht mehr aufzuhalten ist. Schätzungen zufolge war bereits 2007 94% der weltweiten technologischen Informationskapazität digital (Martin Hilbert: The world’s technological capacity to store, communicate, and compute information). Dabei verändert die Digitalisierung nicht nur die Art und Weise wie wir Daten speichern, verarbeiten und konsumieren, sondern sämtliche Bereiche der menschlichen Interaktion: die Art wie wir kommunizieren, lernen, einkaufen und unsere Freizeit gestalten.

Besonders in der Wirtschaft wird deutlich, wie gewaltig die Veränderungen durch die Digitalisierung sind. So werden traditionelle Industrie- und Dienstleistungszweige von rapide wachsenden digitalen Start-Ups gravierend verändert (Disruption). Ein Unternehmen wie Uber, welches kein einziges Taxi besitzt, hat mittlerweile einen geschätzten Marktwert von etwa 70 Milliarden Dollar. Airbnb besitzt weder Pensionen noch Hotels und wird auf einen Marktwert von 31 Milliarden Dollar geschätzt. Die Digitalunternehmen Apple, Google, Microsoft und Facebook besetzen die ersten 4 Plätze der Forbes Liste der weltweit wertvollsten Marken. So einen gewaltigen Paradigmenwechsel hätten die meisten Menschen vor 30 Jahren wahrscheinlich nicht für möglich gehalten.

Die Digitalisierung der Weiterbildung in Unternehmen

Gerade in Bildung und Weiterbildung ist das Thema Digitalisierung enorm wichtig, da Lernen und Lehren unter Zuhilfenahme verschiedenster Medien geschieht. Dabei spielt das klassische Lehrbuch eine zunehmend geringere Rolle, da digitale Medien immer mehr für diesen Zweck genutzt werden. Die Digitalisierung der Bildung in Unternehmen stellt die Mitarbeiter und die gesamte Organisation vor völlig neue Anforderungen:

  • Im Umgang mit neuen Technologien werden bei allen Mitarbeitern neue Kernkompetenzen benötigt (allgemeine Medienkompetenz, Veränderungsfähigkeit, Interdisziplinarität)
  • Die Infrastruktur des unternehmenseigenen Wissensmanagements muss umgestellt werden
  • Digitales Talentmanagement sollte integriert werden, damit Führungskräfte einen akkuraten Überblick über die Kenntnisse der Mitarbeiter bekommen
  • Weiterbildungsbedarfe seitens der Mitarbeiter müssen rechtzeitig erkannt werden
  • Neue Weiterbildungsmaßnahmen müssen zentralisiert und zeitnah geplant und durchgeführt werden können, wenn die Rahmenbedingungen dies erfordern
  • Die Bereitschaft zur ständigen Weiterbildung muss gefördert und in die Unternehmenskultur integriert werden
  • Das interne Wissen muss in digitalisierter Form zentral gespeichert und stets aktuell gehalten werden

Je nach Ausgangssituation eines Unternehmens ist die Umsetzung dieser Punkte mit sehr hohem Aufwand verbunden. Dieser Aufwand lohnt sich jedoch: ein Unternehmen, welches den Sprung in das digitale Zeitalter schafft, besitzt mit hervorragend ausgebildeten Mitarbeitern und der Fähigkeit, flexibel auf sich verändernde Rahmenbedingungen zu reagieren einen gewaltigen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Mitbewerbern, die weniger agil auf die Zeichen der Zeit reagieren.

Wir haben 6 Tipps für die Digitalisierung der Weiterbildung in Unternehmen zusammengestellt:

1) Nutzen Sie ein Lernmanagementsystem mit Talentmanagement-Funktion

Zur Verwaltung und Verteilung des unternehmensinternen Wissens bietet sich die Nutzung eines Lernmanagementsystems an. Auf dieser Online-Plattform können sämtliche digitalen Lerninhalte bereitgestellt und organisiert werden. Die Bandbreite möglicher Formate reicht von E-Learning Kursen (Web-Based Trainings) über Schulungsvideos, Glossare, Pdf-Dateien, Lernspielen und Online-Prüfungen bis hin zur Organisation von Präsenzseminaren. Verfügt das gewählte LMS über Talentmanagementfunktionen, kann für jeden Mitarbeiter ein genaues Profil seiner individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten erstellt werden. So können die Weiterbildungsbeauftragten unkompliziert konzernweit Schulungsbedarfe ermitteln und mit der gezielten Entwicklung von passenden Lernangeboten reagieren.

2) Helfen Sie neuen Mitarbeitern mit erstklassigem Onboarding bei der Integration in die Firma

Zur optimalen Einbindung von neuen Mitarbeitern vom ersten Tag an, ist es sinnvoll eine umfassende Onboarding Maßnahme zu entwickeln. Unter Einsatz verschiedenster Medien können die Mitarbeiter mit der Firmenkultur vertraut gemacht werden. Die Weiterbildungsangebote können direkt im Lernmanagementsystem vorgestellt werden. Dadurch bekommen die neuen Kollegen gleich zu Beginn einen guten Überblick über die wichtigsten Aspekte des neuen Arbeitsumfelds, was sich nachhaltig positiv auf ihre Motivation und die Bindung an das Unternehmen auswirkt.

3) Nutzen Sie Performance Support zur Unterstützung der Arbeitsprozesse

Unter Performance Support versteht man die kontextuelle, direkte Hilfestellung während des Arbeitsprozesses. Mithilfe von Wikis und FAQ-Portalen lassen sich die am häufigsten aufkommenden Fragen gut abdecken. Eine weitere Möglichkeit bietet die Erstellung von kurzen Lerneinheiten (Learning Nuggets), in denen komplexere Sachverhalte anschaulich erklärt werden können. Durch effektiven Performance Support wird der reibungslose Ablauf von Arbeitsprozessen unterstützt und letztendlich die Gesamteffizienz aller Mitarbeiter nach vorne getrieben.

4) Bauen Sie ein eigenes E-Learning Autoren-Team auf

Gerade für größere Unternehmen oder Konzerne bietet sich der Aufbau eines eigenen E-Learning Autoren-Teams an. Da die Autoren aus der Firma selbst stammen, sind sie bereits mit der Unternehmenskultur vertraut und können diese bei der Erstellung von E-Learning Kursen oder Learning Nuggets berücksichtigen. Unter Verwendung eines Autorentools, welches Inhalte im responsive Design (ideal für die Darstellung auf verschiedenen Endgeräten) erstellen kann, wie beispielsweise Easygenerator, kann dieses Team zeitnah Inhalte für den Lernbedarf der Belegschaft entwickeln. Die ILT Solutions bietet Weiterbildungskurse für E-Learning Autoren an.

5) Setzen Sie Blended Learning in der internen Weiterbildung ein

Blended Learning ist heutzutage eine der beliebtesten Lernmethoden, da es die Vorteile von elektronischem Lernen und klassischem Präsenzunterricht bündelt und dabei die jeweiligen Nachteile verringert. Setzt Ihr Unternehmen sowieso schon Präsenzschulungen ein, ist nur wenig Aufwand erforderlich, diese durch die Erstellung von elektronischen Lerneinheiten zu unterstützen. Dadurch lassen sich z.B. die Inhalte im Selbststudium per E-Learning studieren und können dann im Präsenzunterricht vertieft werden. Durch den Methodenmix werden mehrere Lernkanäle angesprochen, was zu einer wesentlich höheren Behaltensquote führt. Per Mobile Learning können die Lerner jederzeit und von überall aus auf die Inhalte zugreifen um ihr Wissen aufzufrischen oder beispielsweise Übungen durchzuführen.

6) Nutzen Sie das Gamification-Prinzip zur Steigerung der Motivation

Das Gamification-Prinzip nutzt den menschlichen Spieltrieb als Instrument für die Motivationssteigerung. Hierfür werden Mechaniken aus Spielen (Highscore-Listen, digitale Abzeichen oder Minispiele) in die Lernumgebung oder die E-Learning Kurse integriert. Dies sorgt für einen zusätzlichen Anreiz, die Lernmodule erfolgreich zu absolvieren. Die Vergabe von Zertifikaten für Lernerfolge kann einen zusätzlichen Anreiz bieten.

Über die ILT Solutions GmbH:

Die ILT Solutions GmbH ist als Blended Learning Beratungsfirma und Full-Service E-Learning Anbieter Ihr professioneller Partner für die Konzeption und Durchführung von Bildungsstrategien. Mit unserer Didaktik des aufgabenorientierten, entdeckenden Lernens sind wir auf motivierende und nachhaltige Trainings und Bildungscontrolling für alle denkbaren Schulungsanforderungen spezialisiert.

Die ILT Solutions GmbH mit Sitz in Köln ist seit 20 Jahren im Bereich der Weiterbildung erfolgreich. Unser Team aus Pädagogen, Beratern, Designern und IT-Spezialisten zeichnet sich durch hohe Kompetenz und Engagement bei der Umsetzung Ihrer Trainingsprojekte aus.

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