Lebenslanges Lernen im digitalen Zeitalter

Bei der diesjährigen Learntec 2018 drehte sich alles rund um das digitale Lernen. Personalentwickler, Trainer und Lehrende wollten wissen, wie die digitale Transformation klassischer Lehrmethoden und Lernformate gelingen kann und welche Werkzeuge und Methoden dafür am besten geeignet sind.

Montag, 12.02.2018

Im Interview mit dem eLearning-Journal berichten die beiden Geschäftsführer Dr. Katja Bett und Josef Buschbacher über ihre Erfahrungen auf der Learntec. Außerdem verrät Frau Madeleine Müller wie das Training im virtuellen Klassenzimmer ein Erfolg wird.

Frau Dr. Bett, Sie kommen gerade frisch von der LEARNTEC zurück. Welche Eindrücke nehmen Sie mit und welche Erkenntnisse haben Sie daraus gewonnen?

Der E-Learning-Markt boomt wieder. Seit Anfang 2000 gehe ich jedes Jahr auf die Learntec und man kann an den Messeständen immer gut ablesen, wie es der Branche gerade geht. Dieses Jahr ist mir aufgefallen, dass die Anzahl der Aussteller und Besucher wieder gestiegen ist. Das hat viel damit zu tun, dass die Digitalisierung Einzug hält in die Personalarbeit, in die Ausbildung aber auch in allen Bereichen in denen geschult und trainiert wird, z. B. im Vertrieb, Marketing oder Produkttraining. In Zeiten der permanenten Veränderung wird es immer wichtiger, Lern- und Entwicklungskonzepte als strategischen Partner für die Unternehmenssicherung/-entwicklung zu begreifen. Die Zeiten, in denen erst eine langwierige Bedarfsanalyse durchgeführt, Trainer eingekauft und das Ganze immer mindestens ein Jahr im voraus geplant wurde, sind vorbei. Die HR-Welt braucht neue Impulse und Ansätze um Lernen agil und strategisch umzusetzen.

Herr Buschbacher, Sie haben gemeinsam mit PrüfungsTV das Produkt AEVO digital entwickelt und erstmals auf der LEARNTEC vorgestellt. Was ist das Besondere daran?

AEVO digital ist ein Online-Training mit dem Sie sich optimal auf die AEVO-Prüfung vorbereiten können. Alle Lerninhalte werden von einem Moderator anschaulich und anhand von Praxisbeispielen erklärt und das neu erlernte Wissen durch Übungsfragen gefestigt. Dabei ist besonders die Interaktivität ein wichtiger Erfolgsfaktor. Die Lernenden können z. B. die komplette Theorieprüfung simulieren und erhalten eine Auswertung ihrer Ergebnisse. Auch können sie zu allen Inhalten Fragen an unsere Experten schicken und erhalten innerhalb von 24h ein Feedback. Das Lernen in einem Online-Kurs muss soviel Spaß machen und so einfach sein, dass Lernende gerne wiederkommen und richtig Lust darauf haben, tiefer einzusteigen. Viele Lernende haben uns signalisiert, dass orts- und zeitunabhängiges mobiles Lernen gewünscht und eingefordert wird. Mit AEVO Digital haben wir eine Lösung geschaffen, die bis dato sehr gut ankommt.

Frau Dr. Bett, was ist Ihren Kunden bei der Implementierung einer neuen Lernstrategie besonders wichtig?

In unseren aktuellen Beratungsprojekten bekommen wir bei unseren Kunden mit, dass Schnelligkeit ein wichtiger Faktor ist. Hinzu kommen die Themen Individualisierung, Vernetzung und Agilität. Konkret bedeutet dies, dass eine neue Lernstrategie die ganze Bandbreite an zur Verfügung stehenden Lernformaten, Technologien und Tools, didaktischen Modellen und Betreuungs- und Moderationskonzepten enthalten muss. Zudem müssen alle Stakeholder von der IT über den Betriebsrat und die Unternehmensleitung sowie die einzelnen Fachbereiche miteinbezogen werden. Eine gelebte Lernstrategie muss vom Gesamtunternehmen getragen werden und nicht nur im HR-Bereich bekannt sein. Eine zusätzliche Herausforderung ist dabei das Thema Etablierung einer Selbstlernkultur. Learning-on-demand, Learning-on-the-job, Lernen unabhängig von Zeit und Ort, und individuelles Lernen funktioniert eben nur, wenn alle Mitarbeiter über Selbstlernkompetenz verfügen. Unterstützung erfahren sollten die Mitarbeiter dabei von ausgebildeten Lernprozessbegleitern, die individuell reagieren und die Mitarbeiter abhängig von ihren mitgebrachten Kompetenzen unterstützen und entwickeln.


Herr Buschbacher, Sie geben immer wieder gerne Einblicke in die neuesten Technologietrends und deren Einsatzmöglichkeiten im Unternehmen. Welche Rolle spielen dabei die sogenannten iBeacons?


Wir hatten schon vor einigen Jahren mit iBeacons und mobilem Lernen experimentiert. Damals war die Technik aber noch nicht so ausgefeilt wie heute. iBeacons sind kleine Sender, die in der Lage sind via BlueTooth Informationen auf mobile Endgeräte zu schicken, sobald sich diese in der Nähe befinden. Damit unterstützen sie zum Beispiel Lehr- und Lernprozesse und eignen sich hervorragend in Verbindung mit Micro-Learning-Inhalten und Lernerfolgskontrollen. Sehr viele Mitarbeiter verfügen über mobile Endgeräte und halten damit eine Schlüsseltechnologie in den Händen – genau das können wir in der Aus- und Weiterbildung nutzen und einen einfachen Zugang zu Wissen, Experten und Informationen anbieten. Zum Einsatz kommen unsere iBeacons und die Steuerungssoftware dahinter z. B. im Produkttraining, in Unternehmensrundgängen z. B. im Onboarding, in Museen, in Sicherheitsunterweisungen oder in Schichtarbeitsunternehmen, für die eine Präsenzbildung schwer realisierbar ist.

Frau Müller, Sie sind ausgebildete Live-Online-Trainerin bei der CLC und halten zahlreiche Webinare. Was ist das Besondere am virtuellen Klassenzimmer, worauf muss man als Trainer in einem Webinar besonders achten und was lernen die Teilnehmenden in Ihren Webinaren?

Der besondere Charme, den virtuelle Klassenzimmer bieten, liegt auf der Hand. Die Kursteilnehmer können ganz einfach und ohne Vorkenntnisse ortsunabhängig verschiedene Lernangebote wahrnehmen und sich untereinander austauschen. Die Lehrinhalte werden nicht nur vorgekaut, sondern können von allen gemeinsam bearbeitet und besprochen werden. Eine virtuelle Tafel sorgt für Interaktivität und visuelle Impulse, mit Polls können Umfragen erstellt, im Chat schriftlich basiert kommuniziert werden und gute VC-Tools bieten zudem voneinander unabhängige Gruppenräume für virtuelle Kleingruppenarbeit. Als Trainer ist es besonders wichtig, einen guten sozialen Kontakt zu den Teilnehmenden herzustellen und diese durch unterschiedliche didaktische Methoden immer wieder zu aktivieren und zu motivieren. Und genau diese Kompetenzen vermitteln wir in unserer Ausbildung zum Live-Online-Trainer. Hier lernen Sie, wie Sie als Trainer motivierende und praxisnahe Webinare halten, Lerninhalte passgenau zum virtuellen Raum gestalten, interaktive Methoden einsetzen und Ihre Kursteilnehmer optimal betreuen. Wir bilden Sie in dem Lernsetting aus, das Sie später selbst umsetzen. Die Live-Online-Trainer-Ausbildung ist ein virtueller Kurs, der Webinare mit einer asynchronen Selbstlernphase in einer Lernplattform kombiniert. Im virtuellen Kurs erleben unsere Teilnehmenden selbst Webinare, führen Moderationssequenzen durch und entwickeln ein eigenes Webinarkonzept, zu dem sie Expertenfeedback erhalten.


Das Team der CLC GmbH auf der LEARNTEC 2018

Über Corporate Learning & Change GmbH

Die Corporate Learning & Change GmbH begleitet Unternehmen auf dem Weg zur digitalen Transformation und befähigt Menschen und Organisationen, moderne Lernformate mit Schwerpunkt Didaktik und Methodik zu etablieren, die digitalen Lernmedien und Lerntechnologien effektiv einzusetzen, die Veränderung durch neue Lernformate zu gestalten und die Erfolge neuer Lernformate zu messen.

Kontakt:

Corporate Learning & Change GmbH
Viergiebelweg 24, 70192 Stuttgart

Ansprechpartner: Marius Walter

Mobil:
+49 (0) 711 / 50 47 36 38
E-Mail:
m.walter(at)clc-learning.de

 

 


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