Quantified Self - Mehr rechte an den eigenen Daten - Der virtuelle Medikationsplan

Montag, 16.04.2018

Die aktuellen Aktivitäten des AKI RP/Eifel und der Firma Dr. med. Sabine Povoden im Bereich der EU-DSGVO im Kontext der Medizin erstrecken sich nicht nur auf die Erstellung der Quiz_App, sondern auch im Bereich eHealth. Das zur Quiz_App parallel laufende Projekt, ist die Erstellung eines Medikationsplanes auf Basis von §31a Sozialgesetzbuch V. Nachfolgend eine Kurze Beschreibung des Projektes ,,Virtueller Medikationsplan".

Patienten haben seit Oktober 2016 Anspruch auf einen Medikationsplan, wenn sie mindestens drei verordnete systemisch wirkende Arzneimittel gleichzeitig einnehmen bzw. anwenden. Zudem muss die Anwendung dauerhaft - über einen Zeitraum von mindestens 28 Tagen, so die Definition - vorgesehen sein. Der Medikationsplan soll Patienten bei der richtigen Einnahmeanwendung ihrer Medikamente unterstützen. Dazu werden auf dem Plan möglichst alle verschreibungspflichtige Arzneimittel aufgelistet, wenn medizinisch sinnvoll, auch die Präparate der Selbstmedikation. So haben die Patienten ihre komplette Medikation übersichtlich zusammengefasst.

Das Gesundheitssystem in Deutschland ist, wie bekannt, ein geschlossenes System. Darunter ist auch der Medikationsplan zu subsumieren. Der Patient hat also keine Möglichkeit, seinen Medikationsplan zu verwalten. Dies erfolgt, so ist es vorgesehen, ausschließlich über den Hausarzt bzw. Facharzt oder den Apotheker. Der Medikationsplan wird dann dem Patienten in Papierform ausgehändigt. Das aktuelle Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Medikationsplan auf das Smartphone oder das Tablet zu bringen und dem Patienten die Möglichkeit zu geben, seinen eigenen Medikationsplan zu verwalten. So kann jeder, mittels des vorgeschriebenen Barcode-Formats, den Medikationsplan mit dem Smartphon einlesen und auch beim nächsten Arztbesuch dem Hausarzt zur Verfügung stellen. Dieser kann dann mit seinem System diesen einscannen und modifizieren. Mit dieser elektronischen Form kann nicht nur der eigene Medikationsplan verwaltet werden, sondern man kann auch mit der App den Medikationsplan von Kinder oder Eltern verwalten und im Falle einer stationären Aufnahme in eine Klinik, den dortigen Medizinern die aktuelle Medikation zur Verfügung stellen. Dadurch, dass mit dieser Anwendung die Medikation mehrerer Personen verwaltet werden können, ist sie auch interessant für vom Gesetz bestellte Betreuer.

Ein Highlight dieser App ist die Integration des 2D Matrixbarcode-Scanner in die App. So kann sichergestellt werden, dass die Vorgaben der EU-DS-GVO eingehalten werden und keine Daten an andere übermittelt werden. Weiter ist in dieser App die Möglichkeit gegeben, eine Historie der verschiedenen Medikationspläne zu führen. Mit der von der Gematik vorgegebenen Datenstruktur auf Basis von XML, ist die relationale Verwaltung von Medikationsplänen nich Zielführend zu realisieren. Die Verwaltung der Daten in dieser App basieren deshalb auf einer realtionalen Datenbank, aus der dann auch wenn gewünscht die XML Struktur erzeugt werden kann. Der aktuelle 2D barcode wird direkt aus der Datenbank erzeugt und orientiert sich an den vorhandenen Vorgaben. Der Benutzer der App kann aber auch einen eigenen Medikationsplan entsprechend den Vorgaben erstellen. Es wird dann automatisch ein neuer Barcode erzeugt und es ist gewährleistet, dass die Originale vom Arzt bzw. Apotheker nicht verändert werden. Hervorzuheben ist auch die Multilingualität der App. Darunter ist zu verstehen, dass die Texte, die Feldbezeichnungen des Formulars in der Sprache angezeigt wird, die im Smartphone bzw. Tablet eingestellt ist. Ebenfalls ist ein PIM-Liste in der App vorhanden, so dass bei Polymedikation potentiell inadäquate Medikamente im Medikationsplan gekennzeichnet werden. Bei der PIM-Liste wird auf die Priscus-Liste zurückgegriffen.

Bei diesem Projekt wurde das Prinzip ,,Mobil first" angewendet. Die App ist Bestandteil des eHealth-Projektes in ILIAS und wird über den Personal Health Record verwaltet. In diesem ist auch schon die mit dem elearning Award ausgezeichnete Anwendung der ,,Kollaborativen Röntgendiagnostik" integriert. Die fachliche Betreuung dieses Projektes erfolgt durch Dr. med. Sabine Povoden und Ihrem Team.

Der erste Prototyp steht voraussichtlich Ende Juli zur Verfügung. Wir bieten einer begrenzten Anzahl an Interessenten die Möglichkeit, die App in den jeweiligen Entwicklungsstufen zu testen. Interessenten melden sich bitte unter der eMail-Adresse info(at)cspcampus.de (Stichwort: Medikationsplan). Im Rahmen dieser Entwicklung, werden auch die Datenschutzanforderungen an App-Entwickler und App-Anbieter erarbeitet.


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